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Freitag, 27. Mai 2011

Vier Unstimmigkeiten in Sachen Palais Schaumburg in Bonn


Ralf Husemann in der Süddeutschen Zeitung vom 5. März 2007 (Rubrik Politische Bücher:

Geschäft auf Gegenseitigkeit

Schaumburg-Lippe und die Nazis

Dies ist kein Buch, sondern ein Steinbruch. Wer sich aber durch das Geröll der endlos langen Dokumente, Briefe, Listen und Fragen des Autors („War ich nun auf der richtigen Spur?”) durchgearbeitet hat, der kann sogar einigen Erkenntniswert gewinnen. Alexander vom Hofe, ein Großneffe von Adolf von Schaumburg-Lippe, des letzten fürstlichen Herrschers dieses noch bis 1946 bestehenden norddeutschen Mini-Staates, hat sich seine Familie vorgenommen – und die hat es wahrlich in sich. Der Großonkel kam 1936 unter bis heute ungeklärten Umständen mit seiner Frau in Mexiko bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Drei Brüder des Fürsten arrangierten sich mit den Nazis (Friedrich Christian brachte es gar zum Adjutanten von Goebbels). Doch der vierte (Heinrich), der Großvater des Autors, hatte nicht nur mit den Nazis nichts am Hut, er gehörte auch noch einer (alsbald verbotenen) Freimaurer-Loge an.

Im Zentrum dieses Buches steht Prinz Wolrad, der nach dem mysteriösen Tod seines Bruders alles tat, um als neues „Oberhaupt” der Fürstenfamilie dessen Gesamtbesitz an sich zu reißen. Der Autor versucht nun nachzuweisen, dass die anderen Brüder (und damit auch sein Großvater Heinrich) um ihr Erbe betrogen wurden. Dem Rechtsanwalt Alexander von Hofe geht es aber um Grundsätzlicheres. Er sieht die Kumpanei der Familie mit den Nazis als Geschäft auf Gegenseitigkeit. Das Haus Schaumburg-Lippe behielt im Wesentlichen seine riesigen Besitztümer, auf denen dafür zum Teil kriegswichtige Produktionsstätten und Zwangsarbeiterlager eingerichtet wurden. 37 in einem Steinbruch ermordete Zwangsarbeiter sind namentlich bekannt, die tatsächliche Anzahl der Getöteten liegt vermutlich noch weit darüber. Eher niedere Chargen mussten sich später dafür rechtfertigen, gegen den blaublütigen Besitzer wurde aber nichts unternommen. Ein interessanter Nebenaspekt ist die Frage, ob der Verkauf des Bonner Palais Schaumburg, des späteren Dienstsitzes des Bundeskanzlers an die Wehrmacht rechtlich einwandfrei war. Ein anderes Thema sind die staatlichen Archive, die den Autor bei seinen Recherchen immer wieder abzuwimmeln versuchten. Das Thema ist offensichtlich noch brisant. (Zitatende)


Der Fisch stinkt vom Kopf (Augstein).


Lüge 1:

Fürstliche Hofkammer sei existent und handlungsfähig. Richtig ist, dass sie abgeschafft wurde.






Lüge 2:

Wolrad sei nun Fürst zu Schaumburg-Lippe. Unwahr, einen Fürstentitel hat er nie erlangt. Sein Nachname: Prinz zu Schaumburg-Lippe









Lüge 3:

Es gäbe keinen Erbschein nach Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe.




Die "Hofkammer" hat den Erbschein entgegengenommen.



Lüge 4:

Adolf starb vermögenslos. Unwahr.

Wenn das Vermögen nicht Fideikommiss- oder Hausvermögen war, was war es dann ?

Siehe Liste des RFM aus 1939 aus der sich ergibt, dass es im den Fällen Schaumburg-Lippe und Oldenburg keinen Fideikommiss gab:





Das erklärt, dass in Wahrheit der "vermögenslose" Fürst vermögend war und als Eigentúmer in Registern und Grundbüchern geführt wurde.









Bester Beweis gegen die Vermögenslosigkeit:
Grundakte Palais Schaumburg in Bonn




oder in Mecklenburg


oder in Österreich, wo der Vorsitzende Richter des OLG Wien sagt, dass
Steyrling kein Fideikommiss sei




Damit unschwer erkannt werden kann, dass der Verkauf des Palais Schaumburg in Bonn an den Reichsfiskus illegal war, weil die Miterben nicht beteiligt wurden, hier die Vertragsurkunden. Möge jeder selbst urteilen:












siehe S. 236 der Vier Prinzen



das neue non fiction Buch 

Vier Prinzen,
Kammler und von Behr
erschien 2013
im Vierprinzen Verlag
in Madrid

ISBN 978-84-615-5450-8

 Dieses Buch ist keine zweite Auflage, es ist ein gänzlich neues Buch. Es enthält neue historische Erkenntnisse über Hans Kammler, Kurt von Behr, Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe und Valentin Henckel Donnersmarck. Es führt uns in die aktuellste bundesdeutsche Gegenwart.





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