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Dienstag, 20. März 2012

Steinbruch Steinbergen Messingberg Laterit

ein interessanter thread zur Thematik:

Laterit (Untertageverlagerung)

findet sich hier:

explorate Forum

Meine Kommentare im genannten forum:

Laterit wird immer in Zusammenhang mit dem Unternehmen "Schaumburger Steinbrüche Steinbergen" SSS zitiert. Ende 2005 stellte ich mein Buch Vier Prinzen fertig. In jener Zeit kam es zu einem heftigen Bergrutsch. Interessant war, dass genau in jener Zeit, als ich recherchierte, die SSS umfirmierte in Norddeutsche Naturstein GmbH. Vielleicht war SSS angesichts der Recherchen kein geeigneter Name. Im April 2006 kam mein Buch heraus. Laterit wurde immer mit SSS in Verbindung gebracht. Nun bringt niemand Laterit mit der NNG in Verbindung.

Krassmann hat anscheindend 1996 grosse Hohlräume erwähnt und diese in einem Atemzug mit Laterit in Verbindung gebracht.

Bitte in meinem Buch nochmals Seite 159 ansehen. Ich habe den Eindruck, dass das Unternehmen SSS, jetzt NNG ganz genau weiss, dass im Messingberg grosse Stollenanlagen existieren. Es handelte sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Untertageverlagerungen in denen hunderte von Zwangsarbeiter ermordet wurden. Die 37 entdeckten Leichen waren nur die Spitze des Eisberges. Schmidt, der Steinbruchbetreiber sagte in seinem Verhör: "Ich wurde in meinem Betrieb von einem Flüchtling darauf angesprochen, ob ich wüsste, wie viel hundert Tote auf meinem Grundstück begraben seien". (S. 158 der Vier Prinzen). Starben diese hunderten bei der Herstellung der grossen Hohlräume (Laterit) ? Habe gelesen, dass die Decknamen einem Schema folgten: U-Verlagerungen wurden mit Decknamen bezeichnet, dafür wurde folgendes Schema verwendet:

Gruppe 1 - U-Verlagerungen im Bergbau:
Für Schachtanlagen wurden als Tarnnamen Tiernamen (Dachs, Eber, Labrador, Löwe, Maultier, Ratte...) verwendet.

Für Stollenanlagen wurden Fischnamen und Reptiliennamen (Schlammpeitzger, Forelle, Hecht, Lachs, Salamander...) als Decknamen gebraucht.

Gruppe 2 - U-Verlagerungen in Tunneln:
Eisenbahn und Strassentunnel wurden mit Vogelnamen (Rebhuhn, Falke, Meise I, Goldammer, Dompfaff, Spatz Kauz, Buchfink...) bezeichnet.

Gruppe 3 - U-Verlagerungen in Festungswerken:
Als Tarnnamen wurden Bezeichnungen aus dem Pflanzenreich (Walnuss, Schachtelhalm, Ginster...) genommen.

Gruppe 4 - U-Verlagerungen in natürliche Höhlen:
Hier wurden numismatische Bezeichnungen verwandt (Krone, Taler, Heller....)

Gruppe 5 - Für U-Verlagerungen zu erstellende Neubauten:
Für Neubauten von Stollenanlagen wurden Namen aus der Gesteinskunde (Zeolith, Eisenkies, Malachit, Laterit) verwendet.

Gruppe 6 - Sonderbaumaßnahmen von U-Verlagerungen (Führerhauptquartier, U-Bootbunker etc.):
Hier wurden Vornamen (Diana, Nanni, Richard, Rita, Valentin) vergeben

Bei Laterit ging es demnach um den Neubau einer Stollenanlage. Frage: wurde der Neubau in Angriff genommen oder blieb es bei einem unrealisierten Projekt ?

SSS schweigt. Der Eigentümer des Messingberges auch. Er heisst. Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe.

ein interessanter link hier:

Die Höhlen im Messingberg bei Bückeburg

In dem forum explorate wurde ich gefragt, woher ich die Liste der Toten bekommen hätte.

Die Liste der Toten erhielt ich voim Standesamt Rinteln. Es waren Tote des Arbeitserziehungslagers Lahde. Steinbruch Steinbergen war eine Aussenstelle des Straflagers Lahde, sozusagen das Straflager des Straflagers.

Stefan Meyer, Direktor des Museums in Rinteln verfasste 1999 eine Broschüre mit dem Titel:  Das NS-Straflager im Steinbruch Steinbergen 1943 - 1945
erschienen in Bückeburg im  Verlag Schaumburger Landschaft.

Ich habe den Text gelesen und muss im Nachhinein sagen, dass viele brisante Aspekte (zum Beispiel die Frage wer Eigentümer des Steinbruchs war) nicht erläutert werden. Eigentümer war Familie Schaumburg Lippe.

Ich schrieb damals Herrn Heiner Bartling an (ehemaliger Innenminister Niedersachsens und damals Bürgermeister des Ortsteils Steinbergen) und bat vergeblich um Informationen. Habe den Eindruck, dass in der Politik, Verwaltung, bei Lokalhistorikern, in Staatsarchiven, bei den Schaumburg Lippes gemauert wird.

Also bleibt nach wie vor die Frage:

Warum wird nicht festgestellt, ob die grossen Hohlräume von Menschen- oder von Gotteshand geschaffen wurden ? Die Frage ist doch einfach zu beantworten. Mit Ja oder nein.

Fachleute sind gefordert

Tipp:
diesen Text nach dem Stichwort Laterit durchsuchen

Vier Prinzen

Die Vier Prinzen wurden auch in der SZ besprochen:

"GESCHÄFT AUF GEGENSEITIGKEIT" (von Ralf Husemann) in Süddeutsche Zeitung vom 5.3.2007, Rubrik: Das Politische Buch

Schaumburg-Lippe und die Nazis

Dies ist kein Buch, sondern ein Steinbruch. Wer sich aber durch das Geröll der endlos langen Dokumente, Briefe, Listen und Fragen des Autors ("War ich nun auf der richtigen Spur?") durchgearbeitet hat, der kann sogar einigen Erkenntniswert gewinnen. Alexander vom Hofe, ein Großneffe von Adolf von Schaumburg-Lippe, des letzten fürstlichen Herrschers dieses noch bis 1946 bestehenden norddeutschen Mini-Staates, hat sich seine Familie vorgenommen - und die hat es wahrlich in sich. Der Großonkel kam 1936 unter bis heute ungeklärten Umständen mit seiner Frau in Mexiko bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Drei Brüder des Fürsten arrangierten sich mit den Nazis (Friedrich Christian brachte es gar zum Adjutanten von Goebbels). Doch der vierte (Heinrich), der Großvater des Autors, hatte nicht nur mit den Nazis nichts am Hut, er gehörte auch noch einer (alsbald verbotenen) Freimaurer-Loge an.

Im Zentrum dieses Buches steht Prinz Wolrad, der nach dem mysteriösen Tod seines Bruders alles tat, um als neues "Oberhaupt" der Fürstenfamilie dessen Gesamtbesitz an sich zu reißen. Der Autor versucht nun nachzuweisen, dass die anderen Brüder (und damit auch sein Großvater Heinrich) um ihr Erbe betrogen wurden. Dem Rechtsanwalt Alexander von Hofe geht es aber um Grundsätzlicheres. Er sieht die Kumpanei der Familie mit den Nazis als Geschäft auf Gegenseitigkeit. Das Haus Schaumburg-Lippe behielt im Wesentlichen seine riesigen Besitztümer, auf denen dafür zum Teil kriegswichtige Produktionsstätten und Zwangsarbeiterlager eingerichtet wurden. 37 in einem Steinbruch ermordete Zwangsarbeiter sind namentlich* bekannt, die tatsächliche Anzahl der Getöteten liegt vermutlich noch weit darüber. Eher niedere Chargen mussten sich später dafür rechtfertigen, gegen den blaublütigen Besitzer wurde aber nichts unternommen. Ein interessanter Nebenaspekt ist die Frage, ob der Verkauf des Bonner Palais Schaumburg, des späteren Dienstsitzes des Bundeskanzlers an die Wehrmacht rechtlich einwandfrei war. Ein anderes Thema sind die staatlichen Archive, die den Autor bei seinen Recherchen immer wieder abzuwimmeln versuchten. Das Thema ist offensichtlich noch brisant." Zitatende.

Einige Gefangene die im Steinbruch in Steinbergen (Aussenlager des Straflagers Lahde) verstarben:
Henrikus Maria Vierling, Holländer, geboren 19.5.20, gestorben 28.12.1943,Wohnort Steinbergen 144. (5)
Theodor Peters, Brite, geboren 26.5.23, gestorben 11.12.1943, Wohnort Steinbergen 144 (5)
Andrey Baran, Pole, geboren 19.3.19, gestorben 27.3.1945, Wohnort Steinbergen 144 (1)
Konstantin Misiejuk, Weissrusse, geboren 15.3.1924, gestorben 11.2.1945, Wohnort Steinbergen 144 (3)
Michael Anisudkin, "Ostabeiter", geboren 12.1.1920, gestorben 31.1.1945, Wohnort Steinbergen 144 (4)
Grigori Kindra, "Ostabeiter", geboren 10.5.1924, gestorben 30.1.1945, Wohnort Steinbergen 144 (4)
Felix Blaszczyk, Pole, geboren 25.6.1923, gestorben 20.1.1945, Wohnort Steinbergen 144 (1)
Jaroslaw Chab, Protektoratsangehöriger, geboren 14.1.1899, gestorben 10.1.1945, Wohnort Steinbergen 144 (4)
Stanislaw Koslowski, Pole, geboren 25.10.1911, gestorben 18.11.1944, Wohnort Steinbergen 144 (4)
Fedor Korow, "Ostarbeiter", geboren 27.12.1915, gestorben 8.11.1944, Wohnort Steinbergen 144 (4)
Henryk Bukowski, Pole, geboren 18.1.1921, gestorben 18.10.1944, Wohnort Steinbergen 144 (1)
Johann Pawloswski, Pole, geboren 21.10.1921, gestorben 14.10.1944, Wohnort Steinbergen 144 (2)
Josef Jama, Pole, geboren 10.6.1917, gestorben 11.10.1944, Wohnort Steinbergen 144 (6)
Francisek Kaczmarek, Pole, geboren 11.9.1911, gestorben 11.10.1944, Wohnort Steinbergen 144 (4)
Zdislaw Tokarski, Pole, geboren 26.11.1923, gestorben 11.10.1944, Wohnort Steinbergen 144 (6)
Dimitrj Stupak, "Ostarbeiter", geboren 8.9.1926, gestorben 7.10.1944, Wohnort Steinbergen 144 (4)
Felix Franos, Pole, geboren 24.3.1922, gestorben 6.10.1944, Wohnort Steinbergen 144 (6)
David Tschichwaija, Pole, geboren 13.12.1920, gestorben 5.10.1944, Wohnort Steinbergen 144 (2)
Zivota Pavlovic, Serbe, geboren 29.5.1922, gestorben ------, Wohnort Steinbergen 144 (2)
Alexander Kondratschow, "Ostarbeiter", geboren 18.8.1922, gestorben 20.9.1944, Wohnort Steinbergen 144 (4)
Jan Woitowicz, Pole, geboren 10.5.1922, gestorben 5.9.1944, Wohnort Steinbergen 144 (2)
A. Jastremski, West Ukraine, geboren 4.3.1912, gestorben 23.8.1944, Wohnort Steinbergen 144 (1)
Victor Boltwinow, Pole, geboren 12.8.1926, gestorben 10.8.1944, Wohnort Steinbergen 144 (5)
Josef Wachowiak, Pole, geboren 7.7.1908, gestorben 9.8.1944, Wohnort Steinbergen 144 (7)
Anatoli Poleschtschuk, “Ostarbeiter”, geboren 15.11.1900, gestorben 15.7.1944, Wohnort Steinbergen 144 (6)
Casimir Przybilski, Pole, geboren 11.8.1916, gestorben 28.5.1944, Wohnort Steinbergen 144 (6)
Iwan Hallenja, “Ostarbeiter”, geboren 1911, gestorben 24.5.1944, Wohnort Steinbergen 144 (8)
Adek Rojek, Pole, geboren 8.4.1921, gestorben 9.5.1944, Wohnort Steinbergen 144 (6)
Wladislaw Gurski, Pole, geboren 1.5.1914, gestorben 5.5.1944, Wohnort Steinbergen 144 (6)
Wassili Gebenink, “Ostarbeiter”, geboren 12.8.1928, gestorben 1.3.1944, Wohnort Steinbergen 144 (2)
Alexander Kazura, “Ostarbeiter”, geboren 20.8.1911, gestorben 1.3.1944, Wohnort Steinbergen 144 (2)
Anton Olszewski, Pole, geboren 4.12.1915, gestorben 26.2.1944, Wohnort Steinbergen 144 (2)
Czeslaw Kasprzyk, Pole, geboren 16.5.1923, gestorben 15.2.1944, Wohnort Steinbergen 144 (1)
Ewgeni Puschin, “Ostarbeiter”, geboren 1.5.1923, gestorben 28.10.1943, Wohnort Steinbergen 144 (1)
Peja Stanilaw, Pole, geboren 4.1.1920, gestorben 4.9.1943, Wohnort Steinbergen 144 (2)
Stanislaus Granczyk, Pole, geboren 16.7.1905, gestorben 2.9.1943, Wohnort Steinbergen 144 (1)
Alexander Wereskikow, “Ostarbeiter”, geboren 6.7.1903, gestorben 13.8.1943, Wohnort Steinbergen 144 (1)

Todesursachen:
Auf der Flucht erschossen (1)
Erschossen wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt (2)
Selbstmord (3)
verstorben wegen allgemeiner Schwäche (4)
Todesursache unbekannt (5) Kurios dass dies ausgerechnet bei einem Holländer und einem Briten steht
Erschossen wegen Fluchtversuch (6)
Erschossen wegen tätlichem Angriff (7)
gestorben an Herzschwäche (8)

Hinter der Adresse Steinbergen 144 verbergen sich die Nebenräume des Schlosses Arensburg (eine "fürstliche" Unterkunft des "Fürsten" Wolrad). Der Steinbruch war und ist nach Angabe Wolrads und dessen Nachfolger Eigentum des "Oberhauptes des Hauses Schaumburg Lippe".

siehe auch:

VPpU

Kontakt: 
Alexander vom Hofe
Rechtsanwalt
Jose Ortega y Gasset 40-7D
28006 Madrid
alexander.vomhofe@2020consultoria.com

Kommentare:

  1. Bezüglich der Hohlräume würd ich ganz einfach mal bei Thomas Krassman anrufen.
    Ein Kontakt zu Hans Meyer und Detlef Creydt könnte auch Hinweise geben.

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    1. Dr. Thomas Krassmann schrieb zu Laterit

      Laterit Schaumburger Steinbergen Kalksteinbruch 5058 /

      Steinbrüche bei Rinteln und Neubau ?

      OT (Nr. 368

      Das Fragezeichen stammt von ihm.

      heute abrufbar

      http://www.untertage.com/cms/content/view/41/2/

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