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Samstag, 24. September 2016

Lesung im Städtischen Museum in Göttingen

Am 7. Oktober 2016

http://www.museum.goettingen.de/

By Daniel Schwen (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Göttinger Tageblatt, 10 Oktober 2016

Der Prinz und die Nationalsozialisten

Tagebuch von Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe im Städtischen Museum Göttingen vorgestellt

Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe (1894-1952) hat seine Gedanken zu seiner Familie, zu Deutschland und zum Nationalsozialismus in seinem Tagebuch notiert.

Sein Enkel Alexander vom Hofe hat die Aufzeichnungen veröffentlicht. "Wiedergutmachung muss sein..." heisst das Buch, das er jetzt im Städtischen Museum vorgestellt hat.

Schaumburg-Lippe liegt zwischen Hannover und der westfälischen Grenze. Die Gegend zwischen Minden und Rinteln sei im Zweiten Weltkrieg extrem umkämpft gewesen, erläuterte Göttingens Stadtarchivar und Leiter des Städtischen Museums, Ernst Böhme, einst schaumburg-lippischer Hausarchivar. Dort residierte das Fürstengeschlecht derer zu Schaumburg-Lippe, 

Prinz Heinrich war Sohn des Fürsten Georg, der mit seiner Ehefrau Marie Anna Prinzessin von Sachsen - Altenburg sieben Kinder grossgezogen hatte. Einer der Söhne, der jüngste Bruder Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg lippe, war strammer Nationalsozialist und Adjutant von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, einem der engsten Vertrauten Hitlers.

Prinz Heiririch, den der Verleger Heirnich Prinz von Hannover bei der Buchpräsentation als "politisch sehr gut informiert" charakterisierte, sei hingegen überzeugter Soldat und Monarchist gewesen, der aber schon damals die Idee von den Vereinigten Staaten vn Europa propagiert und sich gegen Rassismus gewandt habe, erklärte vom Hofe. So gehörte er zu den Mitbegründern der Freimaurerloge "Ermächtigte Brüderschaft der Alten Riten", die sich gegen Rassismus aussprach..

Vom Hofe las eine Reihe von Eintragungen aus dem Tagebuch. Am 20 August 1938 beispielsweise hatte Prinz Heinrich sich zur Kriegsgefahr geäussert. Bis Oktober sei mit dem Ausbruch zu rechnen, hatte er notiert. Und: "Gott sollte uns vor diesem Schicksal bewahren". Am 10 November 1938 schilderte er die Ereignisse der sogenannten Reichskristallnacht, in der Nazis Juden verhafteten und deren Geschäfte verwüsteten. Nach Kriegsende korrigierte er: "Es ist ein Jammer, dass man das nicht schreiben konnte, was man dachte. Es wäre der reinste Selbstmord gewesen. Enzelne Seiten sind direkt für eine evtl. Haussuchung geschrieben, um sich zu schützen.







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