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Donnerstag, 18. Januar 2018

Das HAC und die hochinteressanten Ausführungen von Frau Dr. Lynn Rother in ihrem Buch Kunst durch Kredit



Auf Seite 45 führt Frau Dr. Lynn Rother aus:

"Einen ebenfalls aristokratischen Hintergrund  aber ohne ein zwischenzeitlich erfolgtes Spekulationsgeschäft - hatte das Kreditengagement Bückeburg. Der Fürstlichen Hofkammer Bückeburg wurden mit den Kunstverkäufen an das Land Preussen 170.000 Reichsmark, also rund 2, 3 Prozent von dem Gesamtkaufpreis, verrechnet. Die Gesamtverwaltung des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe hatte vor 1932 Kredite in Höhe von mehreren Millionen Reichsmark in Anspruch genommen, die aber im Gegensatz zu den anderen skizzierten Engagements nicht mit Kunstwerken, sondern ausschliesslich mit Grundschulden und Effekten besichert waren. (118). Noch 1933 war die Bank bestrebt, das Kreditengagement durch Grundstücksverkäufe und Realisierung der Wertpapiere zu verringern und fürchtete angesichts der Vermögenssituation ihres Schuldners keine Verluste. Die Hoffnung der Hofkammer Bückeburg, ein weiteres Darlehen in Höhe von 300.000 Reichsmark von der Dresdner Bank zu erhalten, hatte die Übernahme von einigen Kunstwerken aus der Fürstlichen Sammlung durch das Land Preussen begründet.

Fussnote 118:

Protokoll über die Vorstandssitzung am 7.10.1932 (Nr. 137), in: HAC-500/1.3823-2000 und Tagesordnung und Aktennotizen fúr die Ausschuss-Sitzung am  10.1.1933, in HAC-500/11003-2001. Krahn gelangte durch das Sichten der Akten im Zentralarchiv des Staatlichen Museen zu Berlin zu der falschen Einschätzung, dass die Objekte Pfandbesitz der Dresdner Bank waren (Krahn 2008, S. 133). Die Bank war aber dennoch daran interessiert, die Verkaufserlöse für die Kunstwerke mit den bestehenden Schulden zu verrechnen (Vgl.: Robert Schmidt an Finanzminister, 5.4.1935, Bl. 97-98, in GSTA-PK, 1 HA, Rep. 151, HB, Nr. 1234. "

Kommentar

In diesen Ausführungen finden sich aus meiner Sicht viele Hinweise die sich für eine tiefergehende Untersuchung eignen:

1. Kreditengagement Bückeburg war nicht spekulativ
2. Kreditnehmerin soll Fürstliche Hofkammer gewesen sein (Fürstliche Hofkammer hatte keine Rechtspersönlichkeit)
3. Fürstliche Hofkammer konnte weder Effekten noch Grundstücke zur Sicherung eines Kredites belasten. Sie war nicht Eigentümerin von Grundbesitz. Wer war Kreditnehmer und Sicherungsgeber ? Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe
4. Bank war bestrebt Engagement zu verringern. Heisst dies, dass die Bank an einer Ablösung der Kredite interessiert war, obwohl es keine Risiken gab ? Aus welchem Grund ? 
5. Hoffnung der Hofkammer (wer ist die Hofkammer ?) einen Kredit über 300.000 Reichsmark zu bekommen soll zur Übernahme von Kunstwerken geführt haben. 

Hinter Punkt 5 könnte die crux liegen.

Wenn die Dresdner Bank einen Forderungsausfall nicht befürchten musste, sie ist ja gut gesichert durch Effekten und Grundschulden, dann kann sie ja Laufzeiten von Krediten respektieren. 

Wieso verlangt sie bei einem Schuldner der Millionen Kredite bedient, wegen 300.000 Reichsmark die represäntativste Kunst ? Die Kunst war nicht gepfändet. Grundstücke gab es viele die hätten belastet werden können.

Wenn die Kunst kein Pfandgut war, dann drängt sich eine andere Erklärung auf: 
die Weggabe der besonderen Kunstgegenstände hatte nichts mit einem Kreditgeschäft zu tun. Es liegt ein scheingeschäft vor.

Womit hatte es dann zu tun ?

Hier muss tiefgehender  untersucht werden. Vor allem, wenn das Geheime Staatspolizeiamt gegen Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe im Juli 1934 wegen Devisenvergehen ermittelte und der jüngere  Bruder Friedrich Christian  Adjutant von Goebbels war.

  
Ein weiterer Effekt ergab sich aus der "Verkaufsaktion". Der Ruf des Fürsten Adolf gegen den das Gestapa ermittelte wurde weiter erodiert.

Heinrich Mann schrieb in der Tageszeitung "Die Schaumburg":

"Fürst Adolf erhalte, was Deine Väter schufen, erwirb es, um es zu besitzen. Was einem Grafen Wilhelm heilig war, hat einem Fürsten im Jahre 1935 grösstes Heiligtum zu sein. Fürst Adolf, werde hart !"

Und was hatte Wolrad Prinz zu Schaumburg Lippe in der Beilage vom Hannoverschen Kurier vom 24.8.1933 geschrieben ?

"Wenn unseres Führers Wille und Graf Wilhelm´s Geist sich vereinen, wird das neue Deutschland eine höchst unerschütterliche Unterstützung gefunden haben."




Und Heinrich Manns legte  am 29.10.1935) unter dem Titel "Graf Wilhelm oder Nathan der Weise" nach:

"der Deutsche ... sich nicht von dem (trennt), was ihm heilig, was mit seiner Heimat und seiner Geschichte verwachsen ist. Wer das tut, beweist damit, dass der jüdisch-liberalistische Geist der Zerstörung und Vernichtung Herrscher über ihn und die Richtschnur seines Handelns ist... Wir bekennen uns nicht zu dem Geist eines Nathan des Weisen. Wir bekennen uns zur heldischen Gesinnung unseres Grafen Wilhelm. Den wir den Grossen nennen wollen".  

Wer mit Nathan der Weise gemeint ist wird klar: Valentin Graf Henckel von Donnersmarck


Und jetzt kommt die entscheidende Frage:

Wieso hat Nathan der Weise die Kunst "verkauft" ?

Welche ist die causa ? Die Commerzbank weiss es genau.

2009 verweigerte das HAC Einsichtnahme in die Akten. 

HAC ist das Historische Archiv der Commerzbank.

Werde ich es erfahren ? Vom SPK, von der Commerzbank, von Wissenschaftlern ?

Ich warte seit 12 Jahren.



Dresdner Bank, Vries Skulpturen, Auszug aus Vier Prinzen Kammler und von Behr

Weitere Hintergrundinformation

S. 86

7. Dresdner Bank und Valentin Henckel Donnersmarck

Nach langen Monaten der Recherche erfuhr ich einen Grund, aus dem die Gestapa gegen Adolf ermittelt hatte. Es war sicherlich nicht der wahre Grund. Es ging nicht um Ermittlungen, sondern um die Vorbereitung einer Liquidierung. Zwischen 1934 und 1936 ermittelte nicht nur das Gestapa gegen Adolf, sondern auch das Landesfinanzamt in Hannover wegen Devisenvergehen und die Zollfahndungsstelle wegen Verstoßes gegen das „Volksverratsgesetz“ (wegen der angeblichen Nichtanzeige von im Ausland befindlichem Vermögen). Im Jahre 1936, Adolf war schon tot, liefen diverse Verfahren gegen den Testamentsvollstrecker Valentin Graf Henckel von Donnersmarck wegen Beihilfe zu Delikten des Fürsten Adolf. 1936 wurden von der Dresdner Bank Kunstobjekte gepfändet, die dann nach Berlin kamen. Darunter VriesSkulpturen (siehe S. 148 VPpU), die heute im Bode-Museum zu sehen sind. Der Rechtsanwalt von Valentin Graf Henckel von Donnersmarck, Dr. Walter Schulz, Georgstrasse 20, Haus Continental, schrieb an das Landgericht Hannover am 8. März 1937: Mein Mandant [Valentin Henckel Donnersmarck] ist Mitte November 1936 wegen angeblicher Steuerhinterziehung verhaftet worden. Es handelt sich nicht, um die dritte, sondern um die zweite Verhaftung. Mein Mandant ist der Überzeugung, daß die verschiedenen Strafverfahren, nämlich wegen angeblichen Devisenvergehens, wegen Steuerhinterziehung und wegen Untreue, gegen ihn durch Mitglieder des Fürstlichen Huses oder in deren Auftrage verlanlasst worden sind, um die mit ihm geschlossenen Verträge zur Auflösung bringen zu können. Der Haftbefehl wegen angeblicher Beteiligung an einem Devisenvergehen des Fürsten Adolf war unhaltbar und wurde vom Landgericht Bückeburg aufgehoben. Aus diesem Verfahren heraus hat dann die Zollfahndungsstelle in Hannover in Verbindung mit dem Finanzamt weiter ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet und zwar hat der bearbeitende Referent in

Seite 87

Bückeburg erklärt, dieses Verfahren sei eingeleitet worden, weil man bei der Durchsuchung der Briefschaften und Geschäftspapiere des Klägers Spendenscheine festgestellt hätte. Daraus habe man geschlossen, daß demnach die Steuererklärungen nicht in Ordnung sein könnten. Mit dieser und mit keiner anderen Begründung wurde das Verfahren gegen Valentin Henckel von Donnersmarck fortgeführt. Seine Verhaftung erfolgte dann wegen angeblicher Verdunkelungsgefahr. Er ist dann von Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe fristlos mit der Begründung entlassen worden, daß die wiederholten Verhaftungen wegen Volksverrat pp. ihn zu dieser Massnahmen zwingen [...]. Fürst Adolf war Mitglied des Aufsichtsrates der Dresdner Bank. Valentin Graf Henckel von Donnersmarck war auf Empfehlung von Herrn Henry Nathan von Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe 1921 eingestellt worden. Henry Nathan war Gründer der Dresdner Bank AG gewesen. Die Dresdner Bank wurde 1872 aus dem jüdischen Privatbankhaus Michael Kaske in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Sie galt schon im Kaiserreich als eine „jüdisch“ geprägte Bank, da nicht nur ihr Gründer und sein Nachfolger Henry Nathan, sondern auch ein großer Teil des Aufsichtsrates jüdischer Herkunft war. Eugen Gutmann schied Ende des Jahres aus dem Vorstand aus und wurde 1921 Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates. Henry Nathan trat an seine Stelle als primus inter pares. In einem Schriftsatz des Anwaltes von Valentin Graf Henckel von Donnersmarck im Jahr 1937 kann nachgelesen werden: Es ist leicht verständlich, daß der Fürst der Empfehlung der Dresdner Bank folgte und den Kläger (Valentin Henckel von Donnersmarck) als Generalbevollmächtigten einstellte. Daß er mit dem Direktor Nathan der Dresdner Bank bekannt war, wird nicht bestritten. Es gehört aber in das Gebiet der Fantasie, wenn die Hofkammer [Wolrad, d. Verf.] jetzt behauptet, eine Anstellung sei unter Ausübung eines Drucks der Dresdner Bank erfolgt. Auch Graf Henckel von Donnersmarck war bis zum Jahr 1931 Mitglied des Aufsichts rates der Dresdner Bank gewesen. Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe erstattete ihm jährlich die entgangenen Tantiemen für den aufgegebenen Pos ten.

Seite 88

Es ist von enormer Bedeutung für das Verständnis dieser Vorgänge, dass Valentin Graf Henckel von Donnersmarck eben nicht Mitglied der „Hofkammer“ war, sondern persönlicher Generalbevollmachtigter Adolfs. Er konnte die „Hofkammer“ anweisen. Valentin hob diesen Aspekt mit der Bemerkung heraus, dass er nicht ein verbeamteter Träger von goldenen Knöpfen sei, der sich auf die Ableistung von Unterschriften beschränkte, sondern weit darüber stand. Er war, wenn man einen modernen Begriff verwenden darf, „President“ und nicht „back-office“ („Hofkammer“). Er war CEO und eben nicht Finanzchef. Diese Erkenntnis ist deshalb so wichtig, weil sie die simultanen Verfahren gegen Adolf und Valentin als Verfahren gegen den „Kopf“ enttarnen. Deshalb wurde Valentin Beihilfe zu Delikten Adolfs vorgeworfen. Somit haben die Nazis das „Oberhaupt“ mit einem gezielten Schlag „enthauptet“ und Wolrad sofort als {neues?} neues „Oberhaupt“ ein gesetzt. Wäre Valentin nur „back office“ gewesen, wäre er nicht in U-Haft gekommen. Zu Weihnachten 2010 schenkte ich mir selbst die Jahrgänge 1930 bis 1934 des Adelsblattes. Ein Beitrag in Heft 25 des Jahrgangs 1934 auf S. 25 beschäftigte sich mit der Frage, ob die Familie Henckel von Donnersmarck „jüdischen Ursprungs“ sei. Richtigstellung – Die Henckel von Donnersmarcks Das Gerede, daß die Familie der Grafen Henckel von Donnersmarck und der aus ihr hervorgegangenen Fürsten von Donnersmarck jüdischen Ursprungs sei, wie es leider auch gerade in Adelskreisen noch immer häufig genung zu hören ist und wie es namentlich der Semigotha durch längere Artikel zu beweisen versucht, git bei Wissenschaftlern, unter denen es eigentlich nie Fuß gefasst hatte, längst als widerlegt. Ich schrieb den Leiter des Historischen Archivs der Dresdner Bank an und bat um Akteneinsicht. Das Historische Archiv der Dresdner Bank teilte mir erst schriftlich mit, dass Miterben Adolfs selbstverständlich die Bestände zu dieser vermeintlich vermögenslosen Persönlichkeit einsehen dürfen. Plötzlich kam die Drehung. Nun wurde mitgeteilt, dass dies wegen „Bankgeheimnisses“ nicht möglich sei. Offensichtlich soll kein Licht in diese dunkle Geschichte eindringen.

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Ich bin gespannt, ob über kurz oder lang Licht eindringen wird. Ich habe die Türe einen Spalt weit aufgebrochen. Lokalhistoriker und das Staatsarchiv Bückeburg bezeichneten meine Recherchen als närrischen Randbereich und bezichtigten mich eines verschwörungstheoretischen Ansatzes. Herr Frank Werner von der Landeszeitung publizierte ein Buch über Schaumburger Nationalsozialisten. Obwohl ihm die „Memoiren Karl Dreiers“ vorlagen, referierte er nicht über Aussagen, die Wolrad belasten könnten. Diese „Memoiren“ mit einem großen Titelbild von Adolf Hitler wurden vom Staatsarchiv Bückeburg angekauft, auf Vermittlung von Herrn Frank Werner. Frau Dr. Lu Seegers hat in ihrem Beitrag zum Steinbruch in Steinbergen absolut nichts zur Familie Schaumburg-Lippe referiert. Mich wundert es nicht, weil es immer Menschen geben wird, die sich auf die Seite der „Starken“ stellen. Es ist alles eine Frage der Machtverhältnisse. Wie spielt eine Bank ihre Macht aus? Mit Leichtigkeit. Die Commerzbank AG versagte Information. Dass ich Erbeserbe eines ehemaligen Mitgliedes des Aufsichtsrates war und es mir um dessen persönlichen Belange ging, war der Bank gleichgültig. Dabei hatte es zu Beginn erfreulich ausgesehen. Am 17. Dezember 2009 erklärte das Historische Archiv der Dresdner Bank (Commerzbank): Unterlagen zu der von mir ge nannten Thematik (Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe Aufsichtsratsmitglied, Konten, Kunstpfändungen usw.) lägen in Frankfurt im Archiv vor. Gern könne ich diese Unterlagen im Archiv einsehen. Ich müsste nur die Berechtigung zur Einsichtnahme nachweisen, eine Kopie des Erbscheins nach Adolf Fürst zu SchaumburgLippe, sowie meinem amtlichen Lichtbildausweis vorlegen. Dieser Bitte kam ich nach. Am 22. Dezember 2009 antwortete das Historische Archiv sinngemäß: Frühestens Ende Februar 2010 könnte eine Akteneinsicht stattfinden. Begründung: Umbauten und Verschmelzung der Dresdner Bank mit Commerzbank.

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Am 8. Januar 2010 teilte das Historische Archiv der Dresdner Bank mit: Die Unterlagen werden unter der Bedingung ausgehändigt, so die Rechtsabteilung, dass sämtliche Miterben von Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe ebenfalls Kopien der Unterlagen bekämen. Ich sollte nur die Anschriften der Miterben benennen. Das tat ich am 11. Januar 2010. Am 26. März 2010 (Adolfs Todestag) fragte ich erneut nach und erhielt die Auskunft, dass der Vorgang sich noch immer in der Rechtsabteilung befände. Zum wiederholten Male wies ich darauf hin, dass ich die Unterlagen dringend benötige, um sie dem Verwaltungsgericht Greifswald vorzulegen. Telefonisch erfuhr ich dann, dass die Rechtsabteilung das Bankgeheimnis ins Feld ziehen würde. Sie erklärte, es ginge bei den Unterlagen um einen ganz „anderen Stamm“. Dreimal durfte ich raten, wer den Alleinanspruch geltend gemacht hat. Telefonisch schob das Historische Archiv nach, ich dürfe auch deshalb keine Unterlagen sehen, weil sich aus den Unterlagen ergäbe, dass ein damaliger Bankdirektor unterschlagen habe (...) Ich frage mich, wie etwas von einer vermögenslosen Person unterschlagen werden konnte. Seltsames Argument, um Miterben Unterlagen vorzuenthalten. Ich musste anderswo recherchieren. Weitere Details zu Valentin Graf Henckel von Donnersmarck konnte ich ausfindig machen. Er und seine Se- kretärin wurden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt (so steht es in Dreiers Memoiren, S. 41, Archivsignatur: NLA – Staatsarchiv Bückeburg E 77 Nr. 3). Von 1936 bis 1938 wurden gegen sie Verfahren wegen Vergehens gegen das so genannte Volksverratsgesetz geführt (Horst R. Sassin, Liberale im Widerstand, die Robinsohn Strassmann Gruppe). Dass die Angelegenheit absurd sein musste, ergibt sich bereits aus dem Ge - setzestext. Gemäß § 4 Absatz 1 Ziffer 2, siehe Reichsgesetzblatt I, S. 360 ff., waren sie anzeigepflichtig, d.h. sie mussten im Ausland befindliche Vermögensstücke (Grundstücke, Landwirtschaft, Beteiligungen usw.) mitteilen. Wie soll sich der Testamentsvollstrecker strafbar gemacht haben, wenn Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe vermögenslos war? Welche Vermögensstücke im Ausland soll er nicht angezeigt haben?

Seite 91

Für Valentin Graf Henckel von Donnersmarck war das Sondergericht für den Oberlandesgerichtsbezirk Celle beim Landgericht in Hannover zuständig. Es umfasste die Landgerichtsbezirke Aurich, Bückeburg, Detmold, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Osnabrück, Stade und Verden. Wer ermittelte? Die Staatsanwaltschaft Bückeburg! Die strafrechtliche Aktion führte zum erwünschten Erfolg. Valentin Graf Henckel von Donnersmarck war in Sachen Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe handlungsunfähig. Darum ging es. Strafrechtliche Ermittlungen wegen Volksverrat gegen den Testamentsvollstrecker von Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe einschließlich U-Haft ab November 1936 sollten seine Entlassung als Testamentsvollstrecker gemäß § 2227 BGB ermöglichen. § 8 des Verratsgesetzes sah bei Nichterfüllung der Anzeigepflicht als Strafe Zuchthaus nicht unter drei Jahren, ebenso Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte vor. Die Verfahren gegen Valentin Graf Henckel von Donnersmarck beschäftigten sogar mehrfach den Reichsjustizminister Dr. Gürtner und den Reichs - finanzminister Graf Schwerin von Krosigk. Im Diensttagebuch des RJM finden sich vier Eintragungen zum Vorgang (7. Mai 1937, 28. Mai 1937, 27. Dezember 1937 und 18. März 1938). Hier die Eintragung vom 27. Mai 1937: R 3001/20721 BArch 7. Mai 1937: Reichsfinanzminister (gez. Krosigk, an den Herrn Minister persönlich, 30.4.) überreicht ein Aktenheft seines Ministeriums über das Strafverfahren gegen den Grafen Henckel von Donnersmarck, Generalbevollmächtigter des Hauses Schaumburg-Lippe, wegen Steuer- und Devisen-zuwiderhandlungen. Er bittet um Prüfung der Frage der Haftentlassung. Der Rechtsanwalt des 68-jährigen Beschuldigten habe darauf hingewiesen, daß Graf H. infolge einer Lähmung an beiden Beinen ständig gesundheitlich gefährdet sei. Die Ermittlungen würden von der StA Bückeburg geführt. Graf H, sei seit 16.11.36 in Haft, zunächst im Gefängnislazarett, jetzt im Städtischen Krankenhaus Hannover. Sein Vetter, Fürst von Donnersmarck, verwende sich für ihn.

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Ich erhielt auch eine Ablichtung aus Der Stürmer, Heft 13, 1935, Nr. 26: Im Jahre 1907 hatten wir ganz hohen Besuch. Der Kolonialsekretär Dr. Bernhard Dernburg (getaufter Jude!) erschien mit einem Gefolge von etwa 6 oder 7 Herren, darunter Graf Henckel von Donnersmarck (Jude) und Rathenau (Jude) [...] An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass Walther Rathenau im Juli 1908 nach Südwestafrika gereist war. Er vermerkte in seinem Tagebuch, dass Valentin Graf Henckel von Donnersmarck einer seiner Reisebegleiter war (Wolfgang Brenner, Walther Rathenau. Deutscher und Jude, S. 201). Der Beschuldigte werde sich nach Haftentlassung voraussichtlich in Rottach-Egern aufhalten und nur mit seinen Anwälten in Verbindung treten. Keine Verdunkelungsgefahr. 28.5.1937 OStA. Hannover (20.5.) [...] Die weitere Beschwerde gegen die Zurückweisung der Haftbeschwerde ist zurückgewiesen. Auf wiederholte Vorstellungen habe das Fin.Amt eine Darstellung der bisherigen Ermittlungen gegeben, wonach noch wichtige Feststellungen ausstünden und der Verdacht des Volksverrats bereits wesentlich bestärkt sei. Der OFinPräs. habe am 20.4. dringend gebeten, die Haft aufrechtzuerhalten, da die Ermittlungen von dem Beschuldigten voraussichtlich durchkreuzt würden, wenn er davon erführe, daß die Finanzbehörden von den Kapitalabhebungen Kenntnis hätten [...] R 3001/20734 BArch 27.12.1937 OStA. Hannover (20.12) überreicht die von ihm erhobene Anklage (20.12.) gegen Valentin Graf Henckel von Donnersmarck (Vergehen und Verbrechen gegen die VO. v. 1.8.1931 und die VO. v. 23.5.1932 sowie gegen §§ 2 u. 8 des Volksverratsgesetzes) [...] R 3001/20946 BArch OStA. Hannover (19.2.) überreicht das Urteil des Sond.Ger. Hannover, durch das Valentin Graf Hen - ckel von Donnersmarck am 20.1.1938 des Verbrechens gegen das Volksverrats-

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gesetz freigesprochen worden ist. (Untersuchungshaft seit 9.10.37). In den Gründen wird ausgeführt, dem Angeklagten sei nicht zu widerlegen, daß sein Sohn, der 1935 nach Schutzhaft nach Holland ausgewandert ist und den er angeblich 1934 zum letzten Mal gesehen hat, die Transaktionen auf Grund einer Gen. Vollmacht ausgeführt und er selbst davon nichts gewusst habe. In Gestalten rings um Hindenburg, führende Köpfe der Republik und die Berliner Gesellschaft von heute, dritte Auflage 1930, anonym, kann auf S. 188 folgendes gelesen werden: [...] dagegen macht der jüngste der drei Brüder, Herr Erich von GoldschmidtRothschild, ein großes Haus. Dabei hilft ihm seine reizende junge Gattin, geborene Gräfin Henckel [...] sie ist die Tochter des Grafen Valentin Henckel-Donnersmarck und seiner Gattin geborenen Gräfin Kanitz. Graf Henckel, der früher einmal kurze Zeit Hofmarschall des Kaisers war, steht seit einigen Jahren als Generalbevollmächtigter an der Spitze der großen Vermögensverwaltung des Fürsten [Adolf, von mir ergänzt] Schaumburg-Lippe. Valentin Graf Henckel von Donnersmarck starb am 22. Mai 1940 in Berlin Halensee. Mich wunderte seit Jahren, dass die Unterschrift des Testamentsvollstreckers Graf Henckel von Donnersmarck immer als Faksimile zu sehen war, nie im Original. Jetzt weiß ich, warum: Im Mai 1936 agierte er als Testamentsvollstrecker, doch kurz danach wurde er in Untersuchungshaft genommen. Vermögensrechtliche Vorgänge mussten zeitgleich mit einer Rückdatierung der NSDAP-Mitgliedschaft Wolrads rückdatiert werden; interessant ist übrigens, wie bei Wikipedia zu „Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe“ an der Rückdatierung am 28. November 2009 „herumgefeilt“ wurde. Die lange Liste mit Vermögenspositionen des verstorbenen Adolf wird mit dem Hinweis versehen, dass sie zwar Adolf zu gehören scheinen, aber doch nicht gehören, darunter Gut Steyerling, Vietgest, Nienhagen, Boldebuck, Gülzow, Wilhelminenhof, Reinshagen, Krümmel und das Palais Schaumburg in Bonn und Beteiligungen an vielen Gesellschaften. Die „Unterschrift“ dessen, der bescheinigt, fehlt, hingegen findet sich ein Stempel mit einer nachgemachten Unterschrift von Henckel von Donnersmarck, Testamentsvollstrecker, 20. Mai 1936.

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Im Zeitraffer ergibt sich folgende Bildfolge: Adolf und Ehefrau starben, das Testament verschwand, das Flugzeug wurde verbrannt, Unterlagen verschwanden, als die Staatsanwaltschaft Bückeburg ermittelte. Wozu dienten die Ermittlungen gegen Valentin Graf Henckel von Donnermarck auch? Um ihn als Testamentsvollstrecker zu entlassen. Denn gemäß § 2227 BGB kann das Nachlassgericht den Testamentsvollstrecker auf Antrag eines der Beteiligten entlassen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt; ein solcher Grund ist insbesondere grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung. Anfang 1937 „bescheinigte“ das Nachlassgericht Bückeburg, dass Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe vermögenslos verstarb. § 2339 BGB erklärt, dass erbunwürdig ist, wer sich in Ansehung einer Verfü- gung des Erblassers von Todes wegen einer Straftat nach den §§ 267, 271 bis 274 des Strafgesetzbuchs schuldig gemacht hat. Es gab Hinweise auf ein abhanden gekommenes Testament in einer „Nachlassabrechnung“ des „vermögenslosen“ Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe, von der „Hofkammer“ erstellt: 6. August 1936 Beglaubigung Testamentsvollstreckerzeugnis 0,25 RM 19. März 1937 Gerichtskasse Bückeburg für Testamentseröffnung und Erteilung Testamentsvollstreckerzeugnis 184,00 RM 28. April 1938 Gerichtskasse Bückeburg für Testamentsvollstreckerzeugnis 40,08 RM Das Testamentsvollstreckerzeugnis vom 14. April 1938 (Kostenabrechnung vom 28. April 1938) wies als Testamentsvollstrecker nun „Hofrat Müller“

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aus. Damit war die „Testamentsvollstreckung“ aus einem nicht auffindbaren Testament vollends in die Hand der „Hofkammer“, also Wolrads gelangt. Auch dieser Passus aus einem Schriftsatz des Rechtsanwaltes von Valentin Graf Henckel von Donnersmarck lässt keinen Zweifel an der Existenz eines Testaments zu: Niemals hat der Fürst die Verträge mit dem Kläger (Valentin Henckel von Donnersmarck) als sittlich und unter Zwang abgeschlossen angesehen. Wie sollte er auch wohl sonst dazu gekommen sein, im Jahre 1925, also nach vierjähriger Tätigkeit, die Verträge zu verlängern? Wie sollte er weiter dazu gekommen sein, ihn im Testament mit einer Anerkennung zu bedenken, für die ihm treu geleisteten Dienste? Zum Beweis hierfür wird auf die Testamentsakten beim Amtsgericht in Bückeburg Bezug genommen. Wo ist das Testament? Wo sind die Testamentsakten? Staatsgeheimnis.

vier Prinzen Kammler und von Behr


Mittwoch, 17. Januar 2018

Dresdner Bank verweigert Auskunft zum Kausalgeschäft, was steckte in Wahrheit dahinter ?

Hier interessante Unterlagen zum Erwerb der Vries Skulpturen, Marmortische und Ziesenis Porträits.













Doch welches Kausalgeschäft liegt zugrunde ? Wer ist die Fürstliche Hofkammer die keine Rechtspersönlichkeit hat ? Kopien sind für den Fürsten. Das kann nur Fürst Adolf sein.

Somit scheint es doch um eine Schuld Adolfs zu gehen gegen den, ebenso gegen Henckel Graf von Donnersmarck, wegen Devisenvergehen u.a. ermittelt wurde.

Preis 170.000 Reichsmark.

Warum verweigert die Dresdner Bank die Akteneinsicht ?

Ist dieser Vorgang eine Verfolgungsmassnahme gegen Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe gewesen, um ihn zu diskreditieren ?







Details in Kapitel 7 von Vier Prinzen Kammler und von Behr

Nochmal: auf das Kausalgeschäft kommt es an....

Seit 2009 warte ich auf positive Antwort auf diese Bitte:

An den Leiter des Historischen Archivs der Dresdner Bank
Jürgen Ponto Platz 1
60301 Frankfurt am Main
Alemania
Sehr geehrter Herr .............,
erlauben Sie, dass ich mich an Sie wende.
Ich bin Miterbeserbe des Bruders meines Grossvaters (also meines Grossonkels) Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe, verstorben am 26.3.1936.
..................

Ich fand gestern in einem Schriftsatz aus dem Jahre 1937 des Rechtsanwalts des ehemaligen Testamentsvollstreckers Valentin Henckel Graf von Donnersmarck den Hinweis, dass Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe Aufsichtsratmitglied der Dresdner Bank war.
Es kam meines Wissens 1935 zu diversen Beschlagnahmehandlungen durch die Dresdner Bank (Vries Skulpturen in Bückeburg), sowie andere Kunstgegenstäde.
Mein Grossonkel lebte im Exil in Brioni. Die Gestapa ermittelte gegen ihn seit 1934. Gegen den Testamentsvollstrecker Henckel von Donnersmarck liefen zwischen 1936 und 1938 etliche Verfahren wegen Vergehen gegen das "Volksverratsgesetz".
..................
Ich hätte gerne die betreffenden Akten eingesehen. Mich interessiert auch ob es Konten meines Grossonkels gab oder gibt.
Mit freundlichen Grüssen
...........

Es bestehen berechtigte Zweifel daran, ob der zugrundeliegende Vorgang ein Handelsgeschäft oder ein schlichter Darlehensvertrag war.

Diese Zweifel hatte in einem Vorgang aus derselben Akte ein NS Funktionär:







Was steckte wirklich hinter den Pfändungsaktionen, war wirklich gepfändet worden ?  Fragen eines Juristen

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Vries Skulpturen und die Ziesinis Gemälde Kredite besichert haben, oder gepfändet wurden. Eine andere Transaktion steckte dahinter. Time will tell !

Konnte in dem hochinteressanten Buch von Frau Lynn Rother einen  für meine Fragen sehr aufschlussreichen Passus auf Seite als snippet lesen (das Buch habe ich noch nicht), der meine Vermutung bestätigt, es handle sich NICHT um gepfändete Kunst.

Dienstag, 16. Januar 2018

Kunst durch Kredit


Habe mit grossem Interesse über eine  Studie mit dem Titel  Kunst durch Kredit gelesen. Das Buch habe ich heute bestellt.

https://www.rbb-online.de/stilbruch/archiv/20171119_2225/kunst-durch-kredit.html

1935 erwarb Preussen von der Dresdner Bank Kunst in grossem Umfang.

Darunter die Vries Skulpturen die auf der Brücke vor Schloss Bückeburg standen und zwei Portraits von Ziesenis (Graf Wilhelm und Ehefrau), sowie weitere Kunst.

2006, also vor 12 Jahren,  zitierte ich folgende Meldung im Buch Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe und das parallele Unrechtssystem

1935 

"Gestern in den frühen Morgenstunden, sozusagen vor Tau und Tag wurden die Bronzefiguren auf der Schlossbrücke abmontiert, auf Lastwagen verstaut und fort- gefahren... Diese Bronzefiguren die zu den besten Kunstdenkmälern aus der Meisterthand Adrian de Vries kommen, wurden bereits vor längerer Zeit von der Fürstlichen Hofkammer an das Staatliche Museum in Berlin verkauft. Zu welchem Preise ist uns unbekannt doch dürfte er in Anbetracht der glänzenden Ausführung dieser Meisterwerke aus Meisterhand nicht gering sein. So sicher wie wir davon überzeugt sind, dass diese Bronzefiguren für das Staatliche Museum einen Erwerb darstellen, der nicht nur von höchste amtlichen Stellen Anerkennung finden wird, sosehr bedauern wir,dass diese Zierde unserer Stadt bei“Nacht und Nebel”uns entführt wurde.Wir haben zwar erfahren,dass die Fürstliche Hofkammer Abgüsse der Figuren auf der Brücke wieder aufstellen lassen will, doch Abguss is tAbguss... Besonders eigenartig mutet nun an, dass auch einige der 300 Jahre alten Marmortische die einst auf Ochsenkarren den Weg über den Brenner in unsere Heimat nahmen, ebenfalls mit nach ausserhalb verkauft worden sind." Heinrich Manns in der Schaumburg-Lippischen Landeszeitung am 23.10.1935




Frage:

Wenn es die Fürstliche Hofkammer 1935 nicht mehr gab, wer verkaufte wessen Eigentum ?

Was steckte hinter diesem Geschäft ? Die Vries Skulpturen wurden beschlagnahmt, wieso ?

Genau in dieser Zeit ermittelte die Gestapa gegen Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe. Es liefen auch Ermittlungen wegen Devisenvergehen.

Schon 2010 versuchte ich Auskünfte von der Dresdner Bank zu bekommen.

Transparenz ? Fehlanzeige

Zur Erinnerung aus meinem Beitrag in Archivalia






Dresdner Bank Aufarbeitung und Transparenz ?


Die Dresdner Bank hat ein immenses Historisches Archiv. Dresdner Bank, ein label der Commerzbank. An der Commerzbank ist der Bund zu 25 % plus einige Aktien beteiligt. Dresdner Bank ehemals Bank der SS, vormals eine Bank dessen Aufsichtsrat mehrheitlich von jüdischen Personen besetzt war. So weit so gut.
Am 17.12.2009 erklärte das Historische Archiv der Dresdner Bank: Unterlagen zu der von mir genannten Thematik (Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe Aufsichtsratsmitglied, Konten, Kunstpfändungen usw.) lägen in Frankfurt im Archiv vor. Gern könne ich diese Unterlagen im Archiv einsehen. Ich müsste nur die Berechtigung zur Einsichtnahme nachweisen (gegebenenfalls durch eine Kopie des Erbscheins nach Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe sowie meinen amtlichen Lichtbildausweis). Umgehend legte ich diese Belege vor. Am 22.12.2009 antwortete das Historische Archiv sinngemäss: Frühestens Ende Februar 2010 könnte eine Akteneinsicht stattfinden. Begründung: Umbauten und Verschmelzung Dresdner mit Commerzbank. Am 8 Januar 2010 teilte das Historische Archiv der Dresdner Bank mit: die Unterlagen werden unter der Bedingung ausgehändigt, so die Rechtsabteilung, dass sämtliche Miterben von Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe ebenfalls Kopien der Unterlagen bekämen. Ich sollte nur die Anschriften der Miterben benennen. Das tat ich am 11.1.10. Heute, am 26 März 2010 fragte ich erneut nach: Der Vorgang befindet sich noch immer in der Rechtsabteilung…………..Zum wiederholten Male wies ich darauf hin, dass ich die Unterlagen dringend benötige um sie dem Verwaltungsgericht Greifswald vorzulegen. Heute erfahre ich telefonisch, dass die Rechtsabteilung das Bankgeheimnis ins Feld zieht und ausserdem erklärt, es ginge bei den Unterlagen um einen ganz „anderen Stamm“. Drei mal darf man raten, wer den Alleinanspruch geltend gemacht haben kann…Ein liberaler Demokrat ? Bevor ich es vergesse: Telefonisch teilte mir das Historische Archiv mit, ich dürfe auch deshalb keine Unterlagen sehen, weil sich aus den Unterlagen ergäbe, dass ein damaliger Bankdirektor unterschlagen habe.. Ich frage mich, wie jemand bei einer vermögenslosen Person etwas unterschlagen haben kann.
Vielleicht geht es um etwas ganz anderes das vertuscht werden muss:
STIFTUNG PREUSSISCHER KULTURBESITZ BODE MUSEUM (VRIES SKULPTUREN)
In Berlin bei der Stiftung Preussischer Kulturbesitz (Bode Museum) befinden sich Bronzefiguren von Adriaen de Vries (Venus und Adonis und der Raub der Proserpina). Diese Figuren wurden im Morgengrauen des 22 Oktober 1935 von der Schlossbrücke in Bückeburg abmontiert und durch Kopien ersetzt. Die „Hofkammer“ will sie an das Staatliche Museum in Berlin verkauft haben.
Sie sollen Pfandgut der Dresdner Bank gewesen sein. Zum Vergleich: Die Reiterstatue des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig, ein Meisterwerk der Zeit um 1600 von Adriaen de Vries wird auf acht bis zehn Millionen Euro geschätzt. Die Stiftung Preussischer Kulturbesitz gab an, vollständige und lückenlose Belege zum Erwerb der Figuren nicht zu besitzen. Siehe auch S. 148 von http://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000000100.
und jetzt die Frage: Wer war die Hofkammer ?
Es ist sehr leicht den Lügner zu enttarnen. Zum Beispiel am Begriff Fürstliche Hofkammer.
Georg Fürst zu Schaumburg Lippe erliess am 14. März 1911 das Gesetz betreffend rechtliche Stellung der Hofkammer. Das Gesetz lautete in seinem einzigen Artikel: „Unsere Hofkammer hat die Rechte einer öffentlichen Behörde“.
Artikel 109 der Weimarer Reichsverfassung von 1919 besagte:
(1) Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich. Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.
(2) Öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzuheben. Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden.
(3) Titel dürfen nur verliehen werden, wenn sie ein Amt oder einen Beruf bezeichnen; akademische Grade sind hierdurch nicht betroffen.
(4) Orden und Ehrenzeichen dürfen vom Staat nicht verliehen werden.
(5) Kein Deutscher darf von einer ausländischen Regierung Titel oder Orden annehmen.
Somit hatte die „Hofkammer“ keinerlei Befugnisse einer Behörde mehr.
Im Gesetz betreffend Aufhebung des Gesetzes vom 14. März 1911 über die rechtliche Stellung der Hofkammer vom 30 Juni 1923 hiess es:
„Das Gesetz betreffend die rechtliche Stellung der Hofkammer vom 14. März 1911 wird aufgehoben.“
Somit dürfte jedem klar sein, dass es eine Hofkammer mit Befugnissen einer Behörde seit 1918 nicht mehr gibt. Die „Fürstliche Hofkammer“ verlor mit der Abdankung von Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe im Jahr 1918 ihre Rechtspersönlichkeit.
STIFTUNG PREUSSISCHER KULTURBESITZ GEMÄLDEGEALERIEN BERLIN
Zum Vorgang Vries Skulpturen gehört auch die damalige gleichzeitige Verbringung (Wegnahme) von zwei Gemälden von Ziesenis (Portraits des Grafen Wilhelm zu Schaumburg Lippe und Ehefrau). In Schloss Bückeburg verblieben Kopien, die Originale wanderten nach Berlin. Die Stiftung Preussischer Kulturbesitz stellt sich bei lostart als Sucherin ein und beschreibt die Provenienz wie folgt: Objektklasse Museum
Künstler Ziesenis, Johann Georg
Geburtsdatum 1716
Geburtsort Kopenhagen
Todesdatum 04.03.1776
Todesort Hannover
Erwähnungsort Frankfurt (Main); Mannheim; Zweibrücken; Braunschweig; Den Haag
Titel Bildnis des Grafen Wilhelm Friedrich Ernst zu Schaumburg-Lippe
Objektart Malerei
Abmessungen Höhe: 153,00 cm Breite: 126,00 cm
Material / Technik Leinwand /
Inventarnummer 2102
Beschreibung Tafelmalerei: Bild:
Provenienz (frühere) Verwaltung: Berlin; (öffentliche) Sammlung; Staatliche Museen; Gemäldegalerie; Inv. Nr. 2102; Zugangsart: Überweisug; Zugangsdatum: 1936; Auslagerungsort: Berlin; Friedrichshain; Flakturm Friedrichshain; Besitzzeit: bis 1945; Zugangsart: Auslagerung; Zugangsdatum: 1941/1942; Vorbesitzer: (private) Sammlung: Dresdner Bank; Besitzzeit: bis 1936; Zugangsart: Pfändung. Ehemaliges Pfandgut der Dresdner Bank, welches 1936 vom Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung der Berliner Galerie übergeben wurde. [Ministerielle Überweisung
Verlustgeschichte Berlin (Flakturm Friedrichshain) 1945
Verlustgeschichte Leiturm des Flakbunkers; Friedrichshain
Titel Bildnis der Gräfin Maria Barbara Eleonore von Lippe-Biesterfeld vor dem Jagdschloß Baum bei Bückeburg
Objektart Malerei
Abmessungen Höhe: 153,00 cm Breite: 126,00 cm
Material / Technik Leinwand /
Inventarnummer 2103
Beschreibung Tafelmalerei: Bild: Jagdsitz, Jagdhütte, Jagdschloß; rendez-vous de chasse;
Provenienz (frühere) Verwaltung: Berlin; (öffentliche) Sammlung; Staatliche Museen; Gemäldegalerie; Inv. Nr. 2103; Zugangsart: Überweisung; Zugangsdatum: 1936; Auslagerungsort: Berlin; Friedrichshain; Flakturm Friedrichshain; Besitzzeit: bis 1945; Zugangsart: Auslagerung; Zugangsdatum: 1941/1942; Vorbesitzer: (private) Sammlung: Dresdner Bank; Besitzzeit: bis 1936; Zugangsart: Pfändung. Ehemaliges Pfandgut der Dresdner Bank, welches 1936 vom Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung der Berliner Galerie übergeben wurde. [Ministerielle Überweisung
Verlustgeschichte Berlin (Flakturm Friedrichshain) 1945
Verlustgeschichte Leiturm des Flakbunkers; Friedrichshain
Die Dresdner Bank hatte (angeblich) Vries Skulpturen und die Gemälde die im Eigentum des verfolgten und emigrierten letzten regierenden Fürsten zu Schaumburg Lippe standen, pfänden lassen, um sie dem späteren Goebbelsministerium zu übergeben. Warum erteilen weder die SPK noch die Dresdner Bank den Erben Adolfs und der Öffentlichkeit umfassende Auskunft und Information über den gesamten Vorgang ? Was steckte hinter der Pfändung durch die Dresdner Bank ? Weil der Staat fremdes Eigentum beansprucht. Und die Dresdner Bank war Gehilfin. Und was wird heute gespielt ?
update:
Sind das Kopien ?


Ich werde das Buch von Frau Dr. Lynn Rother lesen. Ich habe über google books ein wenig geprüft, ob Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe erwähnt wird. Sieht nicht so aus. Es ist immer wieder die Rede vom Fürstlichen Haus.

Vortrag auf youtube

Podiumsdiskussion

Welches Geschäft steckt hinter den Worten Engagement Bückeburg ?



Mehr nach Lektüre.

Montag, 15. Januar 2018

Verkürzte Historie einer zweifachen Vermögensentziehung


Adolf erbt Privatvermögen 1911




Adolf unterzeichnet als Regent 1911 und 1913 hausinterne Regelungen, vollzieht aber die Einbringungen in das "Haus Schaumburg Lippe" bei ererbtem Vermögen nicht,



August Bagel Düsseldorf


Adolf lässt sich 1911 bis 1915, auch später  in Grundbücher als Eigentümer eintragen,




1918 dankt Adolf ab, verliert Gesetzgebungskompetenzen.
Vorrechte des Adels erlöschen

1933 setzt Wolrad auf Adolf Hitler


24.8.1933 in der Beilage des Hannoverschen Kuriers 


1934 Bruder Wolrad und seine treuen Berater schmieden Plan: 

Privatvermögen und Hausvermögen sollen Wolrad durch Zuweisung im Wege nationalsozialistischer Fideikommisauflösungsgesetze zugewiesen werden. Adolf verliert Befugnisse zur Verwaltung des Vermögens. 

1934 Adolf wird bei Gestapa angezeigt. 





Ab 1935 wird das Vermögen Adolfs diesem entzogen. Seine Firmen liquidiert oder umfirmiert. (Erste Vermögensentziehung).Er lebt im Ausland (Italien). Seine Position in Schaumburg Lippe ist sehr geschwächt.


1936 Adolf und Ehefrau sterben kinderlos bei Flugzeugabsturz In Mexiko.



Erben nach BGB sind die Geschwister zu je 1/5.





Wolrad begehrt Fürstentitel. Wird abgelehnt.







Zunächst werden Adolfs Erben um Mitwirkung bei Umschreibungen auf das Haus gebeten. Beispiel Firma Fürstliche Dampfmühle.









Ab 1937 reisst Wolrad Alles an sich. 100%ige Kooperation mit NS Regime. Umschreibungen und Verkäufe erfolgen ohne Mitwirkung der Erben Adolfs. Es heisst Adolf sei vermögenslos gestorben und habe keinerlei Vermögen.

Dies ist die zweite Vermögensentziehung.

Die Liste des persönlichen Vermögens von Adolf wird hier wiedergegeben:








1939 Alles (Hausgut und Privatvermögen Adolfs) wird  Wolrad, so die NS Gesetzgebung zugewiesen.

Und alle beteiligten Stellen wissen, dass das rechtswidrig ist.


Täuschung über die Rechtsnatur des Nachlasses von Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe

"Herr Geheimrat Seelmann und ich fanden uns, nachdem S. gegangen war, beide in der Überzeugung, dass die Situation für unseren Fürsten sich eigentlich nur verbessert habe.... Die wirklich unangenehmen Punkte, die sich im Rahmen des Gesetzes ergeben könnten (Antrag auf Erhöhung der Apanage und Auseinandersetzung über den Lehnbesitz) hat die Gegenseite noch gar nicht gemerkt."




Donnerstag, 11. Januar 2018

Wie es hätte geschehen müssen: Ein positives Beispiel: Fürstliche Dampfmühle

Es gibt einen Vorgang im Jahre 1936 der ordnungsgemäss durchgeführt wurde, weil das Handelsregister rechtmässige Forderungen stellte.

Die Entscheidung ob ein Vermögensgegenstand aus Adolfs Nachlass dem BGB Verein Fürstliches Haus zugewiesen werde,  stand Adolfs Erben zu.

Sie stimmten zu. Dieser Vorgang ist rechtmässig und einzigartig.

1937 erkannten die "Verwalter" und Berater Wolrads, es sei einfacher Alles von Anfang an zu Hausgut zu deklarieren, um nicht auf Zustimmungen der Erben angewiesen zu sein und das Fideikommisgericht seine Arbeit machen zu lassen.








Interessant wie der nicht zulässige Titel Fürst durchgestrichen wird