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Sonntag, 28. August 2016

Gegensätze zwischen Mutter und Tochter: Elisabeth und Ingeborg Alix

Elisabeth Alexandrine von Mecklenburg Schwerin heiratete  am 24. Oktober 1896 in Schwerin Großherzog Friedrich August II. 



Sie war die Mutter von Ingeborg Alix Prinzessin zu Schaumburg-Lippe, Ehefrau von Stephan Prinz zu Schaumburg-Lippe.



In dem Nachlass von Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe fand ich eine Handschrift in der Ingeborgs Mutter zitiert wird.


"Jetzt weiss ich, was das "Gesetz" ist, von dem in der Heiligen Schrift wieder und wieder geschrieben steht- ich weiss auch, welche Liebe dieses Gesetzes Erfüllung ist. Es ist die Liebe, die aus Liebe zur Liebe liebt, ohne eine Gegenleistung dafür zu fordern, dass sie liebt". 

Elisabeth von Oldenburg verfasste im Jahr 1924 eine kleine Schrift, die in Basel erschien. Sie firmierte nur mit der Abkürzung E.V.O. 
Titel: Einblick in die uns durch Bô Yin Râ übermittelte Lehre der WIRKLICHKEIT von E.v.O., Basel 1924, 64 Seiten
Ein Hinweis findet sich in der schweizer web Seite des Kober Verlages:
Elisabteh von Oldenburg kann als Schülerin von Bo Yin Ra bezeichnet werden, ebenso gilt 
Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe als Schüler.
Er schrieb am 25 April 1946  in sein Tagebuch:
Ingeborg war hier die sich in abenteuerlicher Flucht dem Zugriff der Besatzungsbehörden entzog. Sie verdingte sich zum Teil als Hausangestellte bei .... Sie erzählte sehr viel von der Zeit des Zusammenbruchs...Gesammelte Energie, etwas überspannter Bogen. Politisch völlig unverändert. In ihren Augen ist Bormann an allem Schuld, “böse Geist des Führers”. Dieser selber ein gebrochener Mann, da sein Leibarzt mit Injektionen an ihm,“dem Staatsoberhaupt“ herumexperimentiert habe. Die Folge sei im Anfang eine gesteigerte Arbeitsfähigkeit des Gehirns gewesen in der sich aber mit der Zeit eine Umbildung vollzog, die sich so auswirkte, dass er einem völlig hemmungslosen Optimismus verfallen wäre. Damit wurden alle von ihm begangenen Fehler abgetan und gleichzeitig entschuldigt. Soweit Ingeborg. Sie vergisst dabei vollkommen, dass dieser hemmungslose Optimismus schon damals bestand, als er die Überheblichkeit besass das Steuer des Staates in die Hand zu nehmen. Als ich daraufhin zurückgriff auf die zahllosen Ermordungen z.Bsp. beim Röhmputsch (Lichterfelde allein siebenhundert Erschiessungen) meinte sie da hätte einer seine Competenzen überschritten. Erledigt, einfach erledigt, beiseite gelegt. Dass der Nationalsozialismus gegen alle geistigen Gesetze von Anfang an verstiess, wird glatt verneint. Es ist merkwürdig wie eine an und für sich für alles Geistige so offener Mensch sich so vom Teufel in der Beurteilung einer Angelegenheit fressen lassen kann. Völlig unmöglich auch nur sie ein klein wenig zu bewegen in ein anderes Fahrwasser. Ich glaube sie hat Angst den Boden dann unter den Füssen ganz zu verlieren. Für alles und jedes sind sofort Gegenargumente zur Hand, alles Negative wird übersehen oder wenn es nicht zu übersehen ist, unbeachtet gelassen resp. bagatellisiert. Ein vollkommen hoffnungsloser Fall in ihrer jetzigen Verfassung". 
EVO, Ingeborgs Mutter starb 1955. 
Erfuhr sie, welche Gedanken ihre Tochter vertrat ? Davon ist auszugehen. denn Ingeborg veröffentlichte kurz nach 1945 in der Reihe Bunte Bilder Bewegtes Leben ihre Memoiren. Mich beeindruckte ihre Stellungnahme zum T 4 Programm (Euthanasieprogramm):

"Dieses Gesetz trifft die einzelnen Menschen unbeschreiblich schwer-und doch muss es sein, soll Tausenden ein Siechtum erspart bleiben. Es muss sein, denn was sind wir einzelnen Menschlein im Vergleich mit den kommenden Millionen, denen wir als die Mütter den Weg bereiten ? Was ist es schon, wenn ein Mensch sich opfert, damit Millionen nach ihm gesund bleiben ?! Was tut es, dass einer leidet, wenn er tausende dadurch glücklich und gesund machen kann ?
Gewiss ist das ein Eingriff in den Lebenscharakter des einzelnen Individuums,— aber es rächt sich schwer, wenn man am falschen Fleck ein weiches Herz zeigt ! Wer sagt Ihnen denn, dass nicht gerade Ihr Kind sich ansteckt an einem dieser Krankheitserreger, oder Ihre Enkel unter Erbfehlern zu leiden haben, die gerade bei Ihnen wieder durchbrechen und sie vor allen Augen zeichnen ? Was würden wir dann sagen ? Wir würden unseres Lebens nicht mehr froh:

Aus dieser Tatsache aber, dass wir mit unerbittlicher Strenge gegen die eigenen Volksgenossen vorgehen, ergibt sich auch das Recht, mit derselben Unerbittlichkeit vorzugehen gegen die, in denen wir tausendmal bewiesen durch sie selber-die Zerstörer der unserm Volk innewohnenden Kräfte erkannten ! Nämlich die Juden ! "

Der Einfluss der Eltern, ob positiv oder negativ, bleibt manchmal aus.

Gewalt und Liebe als Thema, anlässlich der Ermordung von Jo Cox, von Peter Gabriel

Love Can Heal

Sonntag, 21. August 2016

Autographen Auswahl 19. Jahrhundert

Abschrift eines Briefes der Gräfin Marie an den Grafen Wilhelm






1805






1809







1809







1839


Brief des Fürsten Georg Wilhelm an Wilhelmine



Samstag, 20. August 2016

1901: Aus einem Fotoalbum von Adolf, dem späteren Fürsten zu Schaumburg-Lippe


Es handelt sich um ein privates Album mit Photographien die über hundert Jahre alt sind.

Ich habe sie digitalisiert, damit sie erhalten bleiben.

Hier eine Auswahl:

Fotoalbum 1901 Leder



Unterschrift Adolf (noch) Prinz zu Schaumnburg-Lippe


aufgeklebt im Album

  




Plattenkamera von Wilhelm Müller


Schlittschuhlaufen in Familie, vorne in der Hocke Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe, 1901

Schlittschuhlaufen in Familie, Mitte Marie Anna, 1901

Schlittschuhlaufen helles Kleid Marie Anna Fürstin zu Schaumburg-Lippe, 1901

Marie Anna Fürstin zu Schaumburg-Lippe, vorne rechts Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe, 1901



Georg Fürst zu Schaumburg-Lippe 1901

möglicherweise Schiff von Georg Fürst zu Schaumburg-Lippe, 1901

Steinhuder Meer ? 1901

Georg Fürst zu Schaumburg-Lippe, links mit Zigarre, 1901

Schloss Bückeburg, 1901

Bildunterschrift hinzufügen

Adolf zu Schaumburg-Lippe (noch Prinz), 1901





Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe


Adolf mit seinem Vater Georg Fürst zu Schaumburg - Lippe, 1901


Adolf (noch Prinz) zu Schaumburg-Lippe, 1901




nicht im Fotoalbum enhalten aber aus der gleichen Zeit

Stephan und Heinrich Prinzen zu Schaumburg-Lippe, links Stephan, rechts Heinrich



Dienstag, 16. August 2016

Wer hat Angst vor dem Bürgerlichen Gesetzbuch ?

Ein 73 Quadratmeter  kleines Eisenbahngrundstück am Bahnhof Grabowhöfe kann als tückisch bezeichnet werden.


Grabowhöfe, Landgut

Dieses Grundstück gehörte wie auch viele andere unzählige Grundstücke  Georg Fürst zu Schaumburg-Lippe privat, siehe Testament.



Das Grundbuchamt in Waren verlangte im Jahr 1919 vollkommen zu Recht einen Erbschein gemäss Paragraf 2353 BGB um Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe als alleinigen Eigentümer eintragen zu können.

Der Erbschein wurde vom Amtsgericht Bückeburg erteilt:



Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe wurde als Erbe gemäss Bürgerliches Gesetzbuch eingetragen.

Das heisst:

Die schaumburg-lippische Justiz hat im Jahr 1919,  nach Abschaffung der Monarchie,, kein Fürstenrecht zugrundegelegt, sondern auf der Grundlage des Testamentes von Georg und des Bürgerlichen Gesetzbuches deklariert, dass Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe Alleinerbe seines Vater sist und somit Alleineigentümer des Eisenbahngrundstückes wurde.

Das heisst auch, dass das Justizverständnis nach 1918 und vor dem Nationalsozialismus in Bückeburg verfassungsgemäss und rechtsstaatlich war. Auch ehemalige Fürsten waren und sind dem BGB unterworfen. 

Es kann nicht behauptet werden, dass besonderes Fürstenrecht  oder die Wirksamkeit irgendwelcher Hausgesetze zum Zuge kam.

Szenenwechsel:

Justiz 1936 in Bückeburg:

Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe der ein Testament erteilt hatte stirbt kinderlos in Mexiko.

Es wird ein Erbschein erteilt. Danach erben seine Geschwister.



Das Testament ist im Gegensatz zu Georgs Testamenten verschwunden, wie es so schön heisst.

In der Absicht Adolfs Vermögen aus dem Nachlass zu entfernen, bescheinigt ein Rechtspfleger 1936 in Bückeburg wahrheitswidrig, er sei vermögenslos gestorben.

Das Bürgerliche Gesetzbuch wird in nationalsozialistischer Manier ausgehebelt.

Szenenwechsel:

Der Erbschein nach Georg wurde Ende 2007 vom Staatsarchiv Bückeburg zufälligerweise gefunden und eine Fotokopie herausgegeben.

Dieser Erbschein war und ist von grösster Bedeutung.

Er wurde an die Staatsanwaltschaft Frankfurt Oder Ende 2007  versendet die umgehend Durchsuchungsanordnungen erwirkte.


Er wurde an das Verwaltungsgericht Greifswald gesendet, vor dem über die Berechtigung von Alteigentümern im Rahmen von Restitutionsanträgen verhandelt wurde.

Was geschah ?

Die Vollziehung der Durchsuchungsanordnungen im Staatsarchiv und bei Dritten wurde ausgesetzt.

Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Greifswald wurde der Kammer entzogen und an eine andere Kammer abgegeben. Diese Kammer schrieb, ich solle keinerlei Urkunden einreichen.

Zur Verhandlung erschien niemand vom Larov Mecklenburg Vorpommern, obwohl es einen ablehnenden Bescheid erlassen hatte.

Der Erbschein nach Georg wurde nie von dem OLG Celle zur Kenntnis genommen, weil sein Urteil vor Auffinden des Erbscheins erging. 

Das bedeutet, dass bis heute, weder die Zivil- noch die Verwaltungsjustiz den hier vorgestellten Erbschein zur Kenntnis genommen haben.

Absicht ? Es hat den Anschein, als wolle niemand wissen.