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Montag, 30. Oktober 2017

Katalog zur Versteigerung der Einrichtung der Villa Belle Maison



Der Kunsthändler Hugo Helbing veranstaltete 1930 eine Versteigerung der Einrichtungsgegenstände der Villa Belle Maison (Villa Schaumburg) in Höllriegelskreuth (Pullach). Auch die Immobilie sollte verkauft werden. Grund: Wegen Wegzugs.

Adolf gab seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland auf und zog nach Brioni (Istrien, damals Italien).

Zum Todeszeitpunkt (26.3.1936) war er ein im Ausland lebender Deutscher. Frage:
Ist gemäss Paragraf 343 Absatz 3 FamFG  für den Erbfall des angeblich vermögenslosen Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe das Amtsgericht Schöneberg zuständiges Nachlassgericht ?

Was hatte das Amtsgericht Bückeburg zu melden ? Gar nichts.

343 FamFG










Donnerstag, 20. Juli 2017

So einfach ist es mit dem Vorenthalten von Informationen vielleicht doch nicht


Die jüngste Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts 1 BvR 1978/13 bringt Bewegung in Sachen Einsichtnahmerechte, insbesondere zur Frage des Informationszugangs zu amtlichen Dokumenten die sich in Privatbesitz befinden.

Im Hinblick auf Archivalia die die Familie Schaumburg-Lippe betreffen und die das NLA verwahrt stellt sich die Frage, ob das NLA oder der "Eigentümer" befugt ist, Unterlagen die amtlichen Charakter haben oder haben können (Beispiel Testamente), "wegzusperren".


Die Frage stellt sich insbesondere, wenn die Bestandsbeschreibung genau gelesen wird. Es fallen folgende in rot hervorgehobene Formulierungen auf:

Fürstliches Hausarchiv, Regierungs- und Kammerakten

Abteilung: Akten nichtstaatlicher Provenienz, Deposita, Fürstlich Schaumburg-Lippisches Hausarchiv. 

Inhalt: Bei der Separierung der Hausangelegenheiten 1907 ff. übrig gebliebene Akten der Regierung und der Kammer. Parallelbestand zu den staatlichen Beständen L 2 und L 3 sowie zu den Kammerbeständen K 1 und K 2, darunter z. B. die Abteilungen "Reich" und "Militär" (auch "Wilhelmstein"), ferner die auswärtigen Besitzungen Alverdissen, Blomberg, Brake, Schieder, Lipperode, in Mecklenburg und in Ungarn. 

Umfang: 88,05 m. 

Erschließung: Findbuch, EDV

Benutzung der Unterlagen ab 1892 nur mit Genehmigung des Eigentümers.
Der Bestand F 2 des Fürstlichen Hausarchivs ist ein Mischbestand, der sowohl Akten der schaumburg-lippischen Landesregierungen wie auch Kammerakten von 1640 bis in das 20. Jahrhundert hinein umfaßt. Er bildet damit wie der Bestand F 3 zu L 1 eine Parallelüberlieferung zu den staatlichen Archivbeständen L 2 und L 3 wie auch zu den Kammerbeständen K 1 und K 2. Ursache dieser Entwicklung ist die völlig unbefriedigend verlaufene Trennung von Haus- und Staatsarchiv zu Anfang dieses Jahrhunderts. Erst 1907 wurde das Fürstliche Hausarchiv von den staatlichen Archivbeständen wirklich getrennt, doch geschah auch dies nur sehr unvollständig. Der fürstliche Archivar Berckemeier ordnete im wesentlichen nur die Privatkorrespondenz und die wichtigsten unmittelbaren Haussachen der Grafen und Fürsten zu Schaumburg-Lippe. Ein umfangreicher Archivbestand, der Urkunden und Akten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert umfaßte, blieb unverzeichnet und wurde deshalb nicht in das Schaumburger Samtarchiv bzw. in die staatlichen Nachfolgebestände einbezogen. Mit der Deponierung des Fürstlichen Hausarchivs ins Nieders. Staatsarchiv in Bückeburg seit 1968 kam somit auch ein ungeordneter Mischbestand zum Vorschein, in dem sich neben staatlichen Akten und Betreffen der Fürstlichen Hofkammer auch noch Haussachen befanden, die in den Bestand F 1 nachzutragen waren. 

Die Akten dieses Bestandes lagen in der Hofkammer nach einem Litterierungsverfahren zwar grob geordnet, doch wies dieses kaum eine sinnvolle sachthematische Gliederung auf. Diese vorläufige Ordnung wurde deshalb völlig fallengelassen und in Grundzügen eine auch für das Schaumburger Samtarchiv (L 1 bzw. F 3) gewählte Gliederung angewandt. Die hier vorhandene Aktenüberlieferung führte dabei aber zu anderen Schwerpunkten. Von besonderer Bedeutung sind im Bestand F 2 die Abteilungen "Reich" und vor allem "Militär".

Zu letzterer Abteilung gehören mehr als ein Viertel der erhaltenen Akten, u. a. auch die zuvor auf der Festung Wilhelmstein gelagerten Unterlagen, die ebenfalls diesem Bestand des Hausarchivs zugeschlagen wurden. In den vorliegenden Bestand wurden zudem Kammerakten eingearbeitet, die unabhängig von den bestehenden Kammerbeständen K 1 und K 2 aufgefunden wurden. Andererseits wurde der Bestand von allen unmittelbaren Haussachen befreit, die dem eigentlichen Hausarchiv F 1 zugeordnet wurden. Die Laufzeit der Akten bewegt sich im wesentlichen von 1640 bis 1930, wobei allerdings der Zeitraum von 1640 bis ca. 1900 den Schwerpunkt bildet. Fast nur im Bereich Archiv und Bibliothek befinden sich Akten aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, in Einzelfällen auch darüber hinaus. 

Desgleichen reicht die Laufzeit einzelner Akten bis in die Zeit vor dem Aussterben des holstein-schaumburgischen Grafenhauses im Jahre 1640 zurück. 

Die alte Archivsignatur bezeichnet im wesentlichen die bei der gemeinsamen Verzeichnung der Bestände F 2 und F 3 gegebene vorläufige Nummer, nach der der Bestand schon benutzt und zitiert wurde. Die Verzeichnung des Bestandes wurde von den Archivaren Dr. Jarck und Dr. Poestges begonnen und vom Unterzeichnenden abgeschlossen. Das Findbuch erstellten Frau Laue und Frau Köneke.

Bückeburg, im April 1989 

Dr. Steinwascher 


Nach der Vereinbarung über die Nutzung des Hausarchivs vom 7.7.2009 sind alle Archivalien bis einschließlich 1892 entsprechend dem Nds. Archivgesetz und der geltenden Benutzungsordnung zu benutzen. Die jüngeren Archivalien wurden mit einem Sperrvermerk versehen, zur Einsichtnahme ist eine schriftliche Erlaubnis des Depositars erforderlich.


Bückeburg, 9.7.2009 

Dr. S.
Brüdermann


teilweise verzeichnet
Abgeschlossen: Nein

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es sinnvoll wäre die Niedersächsische Landesregierung zu bitten, mitzuteilen, welche Unterlagen die dem amtlichen Bereich zuzurechnen sind, in dem sogenannten Depositum enthalten sind. 



Alter Flyer zu den Beständen

Montag, 10. April 2017

Fenstersturz Kurt Freiherr von Plettenberg


Warum und wie Kurt Freiherr von Plettenberg im März 1945 ums Leben kam ist nach wie vor ungeklärt.

Die offizielle Version ist bekannt. Inhaftiert in der Prinz Albrecht Strasse in Berlin, soll er sich das Leben genommen haben, um Freunde aus Widerstandskreisen nicht zu verraten.

Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe schrieb in seinem Tagebuchauf Seite S. 322  Anfang 1946

“In den letzten Tagen des alten Jahres (gemeint ist Ende Dezember 1945, d.Verf.) nahmen die Engländer die deutsche Kaiserkrone an sich, die in der Dorfkirche von Kleinenbremen, 2 km südlich von Bückeburg eingemauert war. Diese historische Tatsache hat folgenden Werdegang, den ich für die Nachwelt in Folgendem festhalten möchte: Herr Kurt von Plettenberg leitete sowohl die schaumburg lippische wie auch die preussische Vermögensverwaltung in Berlin. Als guter Freund der Clique, die auch das Attentat vom 20 Juli auf Hitler machte, wurde er in das Gefängnis in der Prinz Albrechtstr. in Berlin gebracht. Man versuchte erst auf die “charmante Tour” etwas aus ihm herauszubekommen. Als damit nichts erreicht wurde (durchgestrichen: aus ihm herauszubekommen war), eröffnete man ihm, dass er gefoltert werden würde, sogenanntes “peinliches Verhör” - Aus Furcht dabei die Nerven zu verlieren, schlug er auf dem Wege zu seiner Zelle den Wärter nieder und stürzte sich aus dem Fenster. Tot! 

Heinrich schätzte Kurt von Plettenberg sehr. Meiner Meinung nach standen sie auf einer Wellenlänge. Ganz anders war Wolrad Schwertfeger. Heinrich und Schwertfeger waren Gegner.

Kurt von Plettenberg, ein gebürtiger Bückeburger wurde wenige Wochen vor Kriegsende denunziert. Von wem ist unbekannt. Die Gründe sind nicht eindeutig.

Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe wurde 1934 bei der Gestapo (damals Gestapa) in der Prinz Albrecht Strasse in Berlin denunziert. Aus welchen Gründen ist nicht bekannt.

Gerne würde ich das Familienarchiv der Familie von Plettenberg einsehen. Dort soll sich umfangreiche Korrespondenz aus den Jahren 1937 bis 1945 befinden; Schriftgut dass auch die Geschehenisse innerhalb der Familie Schaumburg-Lippe betreffen. Vielleicht könnte ich dazu beitragen, einige Zusammenhänge zu erkennen, die bislang nicht in den Blickwinkel der Forschung gelangen konnten.

Eine Nähe Plettenbergs zu Widerstandskreisen schliesst nicht aus, dass er aus anderen Gründen, von bislang unerkannt gebliebenen Denunzianten in den Freitod getrieben wurde.











Es gibt keinen Urkundsbeweis dafür, dass gegen Kurt Freiherr von Plettenberg wegen Mitwissertum oder Beteiligung am Attentat vom 20 Juli ermittelt wurde. Könnte von gewisser Seite ein Interesse daran gelegen haben, ihn auszuschalten und ihn zum Widerstandskämpfer zu stilisieren ?

Ich hielt und halte es nicht für ausgeschlossen, dass er einem inszenierten Komplott erlag. Nach dem Krieg, nach einer Niederlage Deutschlands  hätte er, wegen der hohen Verluste die die Hohenzollern zu erwarten hatten, ein sehr geringes Tätigkeitsfeld gehabt bei den Hohenzollern gehabt. Hingegen hätte er als  Bevollmächtigter Wolrads, "viel Zeit" für die Verwaltung der Schaumburger Besitzungen gehabt. 

Da ich Plettenbergs Nähe zu Widerstandskreisen nicht in Frage stelle, hätte er möglicherweise in der britischen Zone, sein Wissen über Mitläufer und Belastete an die Militärregierung weitergeben können.

Ambitionen die Geschäfte der schaumburg-lippischen Familie weiterführen zu können waren für Wolrad Schwertfeger und einige seiner Kollegen bei der "Hofkammer" gefährdet. Kurt von Plettenberg im März 1945 in Berlin zu denunzieren führte zur Vereitelung seiner Rückkehr nach Bückeburg. Als toter Widerstandskämpfer war er nützlich. Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe, sein Vollmachtgeber stünde in einem positiveren Licht, als er verdiente. Ich schliesse aus, dass ihn Wolrad denunzierte, aber ich schliesse nicht aus, dass Herr Schwertfeger an der Denunziation beteiligt war.

Wolrad Schwertfeger verriet das Versteck der Köigskrone an die Briten und setzte sich damit in Szene. Uber Kurt Freiherr von Plettenberg wurde nicht mehr gesprochen.



Sonntag, 19. März 2017

Interessanter Rechtsstreit um BND Grundstück in Pullach

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landgericht-muenchen-der-kampf-um-ein-grundstueck-auf-bnd-gelaende-geht-vor-gericht-1.3426451

Interessant sind folgende Fragen

Kann die Bundesrepublik gutgläubig sein und gutgläubig ersitzen?

In einem anderen Zusammenhang

Konnte die Bundesrepublik  das Palais Schaumburg in Bonn gutgläubig ersitzen ?

Konnte ein Teil der Familie Schaumburg Lippe gegen die Miterben Gut Steyerling in Österreich ersitzen?

Vielleicht sollte letztere Frage gerichtlich gestellt werden.



Freitag, 6. Januar 2017

Herero und Nama klagen wegen Völkermord



Klage gegen Deutschland wegen Völkermord

Dieser Vorgang erscheint in diesem blog, weil die Familie 1912 und wahrscheinlich sehr viel früher über eine Gesellschaft 102.500 hektar Land in Deutsch Südwestafrike besass.

Wie erworben ? Von wem ? Zu welchem Preis ? Spielte auch hier, wie in Bariloche Bremen eine Rolle ?

Ich habe in meinem Buch Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe, Kammler und von Behr, 2013 auf diesen Besitz hingewiesen.

Siehe Seiten 93, 107 und 108,

http://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000019347

Ich wollte vom Staatsarchiv in Bückeburg etwas über diesen Besitz erfahren, leider erfolglos, da mein Vetter den Zugang verweigerte.

Was ich herausfand stammte aus dem Landesarchiv in Berlin, Eichborndamm.

Es hat den Anschein, als dass es in der Familie eine Tradition dafür gab, sich Besitztümer einzuverleiben, die Schwächeren "abgenommen" wurden .....


Montag, 12. Dezember 2016

Freitag, 2. Dezember 2016

Reichsbürger und Reichsfürsten

Beide leugnen anerkannte Rechtsordnungen wenn sie für sich einen Sonderstatus in Anspruch nehmen.

Auf   Reichsbürger wird der Verfassungsschutz aufmerksam.

Reichsfürsten wird gestattet, sich monarchisch   auf zu spielen.

Im Grunde genommen, gehören beide Gattungen unter die Lupe genommen.

Denn deren Stossrichtung ähnelt mehr als gedacht.