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Samstag, 25. Juni 2016

EBDAR, Meyer-Housselle, Bo Yin Ra

Aus dem Bericht der SS über die EBDAR:

Die Berliner Loge wurde beim Amtsgericht Potsdam unter dem Namen “Verein Ebdar zu Berlin-Potsdam” angemeldet.

Der Leiter der Ebdar in Deutschland war der Halbjude Dr. Meyer-Housselle.


Meyer-Housselle 1933


Trotz der Selbstauflösung 1933 arbeitete die Ebdar bis 1935 in Berlin weiter. Sie wurde endgültig erst im Frühjahr 1935 durch das Gestapa aufgelöst. Das Logenmaterial wurde, soweit es aufgefunden werden konnte, beschlagnahmt.

Die geistige Haltung der Ebdar glich der der Freimaurerlogen. Die Ebdar forderte von ihren Mitgliedern die Anerkennung der allgemeinen Menschheitsideale und lehnte die unterschiedliche Behandlung der Rassen ab....

“Aufnahmefähig ist jeder, der Rassenhass und Geringschätzung anderer Völker als Armutszeugnis eigener Rasse und eigenen Volkstums erkennt.”

Dass das nicht nur die Achtung fremden Volkstums bedeuten sollte, beweist die Mitgliedschaft von Juden und Halbjuden, die sich teilweise an führender Stelle befanden.
...

S. 310 Auslandsverbindungen der Ebdar

Noch heute muss der geistige Einfluss der Ebdar in Holland sehr stark sein. Der Adjutant des Prinzen Heinrich der Niederlande*, Oberst Schmidt, war und ist wohl auch heute noch Mitglied einer Auslandsloge der Ebdar. Prinz Heinrich selbst wird als Schüler Sch. Fr. (Schneiderfranken, BO YIN RA, der Verf.) bezeichnet. Wahrscheinlich war er auch unter irgendeinem Decknamen Mitglied einer der Ebdar Logen.



Joseph-Schneiderfranken Bo Yin Ra


Lieber Harry !
“Herzlichen Dank für Deine Einladung zur Taufe Eures lieben Toechterchens an der ich sehr gern teilgenommen hätte...

Dieselbe Nachricht, von der erfolgten Rueckkehr nach Lugano habe ich auch erhalten, naeheres von dort direckt aber noch nicht gehoert.

Mit herzlichen Grüssen Dein Heinrich, Niederl.”

(In Villa Gladiola in Massagno / Lugano lebte Bo Yin Ra, Josef Schneiderfranken von 1925 bis 1943).

Lage Villa Gladiola:

https://www.google.es/maps/place/Via+Praccio+24,+CH-6900+Massagno

webseite der Stiftung Bo Yin Ra Schweiz

http://www.bo-yin-ra.ch/stiftung.html



S. 311:Verhältnis zu Partei und Staat

Die Ebdar ist infolge ihrer freimaurerisch mystischen Haltung von der Partei als gefährlicher Gegner anzusehen. Durch ihre ausländischen Verbindungen haben die Mitglieder der Ebdar noch heute die Möglichkeit, die Interessen des Staates zu schädigen.

Unter den Mitgliedern der Ebdar wurden ein Parteigenosse sowie 2 SS Unterscharführer festgestellt.

Ein Prinz Heinrich von Schaumburg Lippe, angeblich der Bruder des Adjutanten von Dr. Goebbels, war unter dem Namen -Bruder Constantin- Logenmitglied der Ebdar.

Der Runderlass d. Reichs- und Preussischen Ministerium des Innern vom 7 Dezember 1936 - II SB 6190/4785 lautete (Politisches Archiv, Auswärtiges Amt in Berlin):

Zu den Freimaurerlogen, anderen Logen oder logenähnlichen Organisationen im Sinne des Runderlasses vom 2 September 1936-II S.B. 6190/4008 (RMBLiV S, 1186) gehören die nachstehend genannten Vereinigungen.

A.Freimaurerlogen B.Freimaurerlogenähnlichen Organisationen

...13. Ebdar (Ermächtigte Bruderschaft der alten Riten), Orden vom heiligen Gral im Orient von Patmos-Oranisation BoYin Ra`s.”

Wer trieb die Ermitlungen gegen EBDAR und Ihre Mitglieder auch voran ? Blatt 24 der Akte aus R 58, 6154 gibt Aufschluss:

Lugano, den 15 Juli 1936 (keine drei Monate nach Adolfs Tod, d.Verf.)
Sehr verehrter Pg Prinz Schaumburg !

Herzlichen Dank für Ihren freundlichen Brief und die beigefügte Fotografie.
Ganz besonders danke ich Ihnen für Ihr mir zugedachtes Buch “Deutsche Sozialisten am Werk”, welches ich, sobald es mir die Zeit erlaubt, mit grossem Interesse lesen werde. Wir werden in der nächsten Zeit Manchem, dem wir Ihr Werk in Ihrem Namen übergeben, eine grosse Freude bereiten.

In Sachen Bo Yin Ra sende ich Ihnen nun vorerst in der Anlage Abschrift eines Schreibens, welches uns Schneiderfranken seinerzeit für unsere Akten überlassen hat. Es ist sehr schwer, auch nur von zweiter Seite hier etwas über ihn zu erfahren, da er vollkommen zurückgezogen lebt. Sobald ich habe feststellen können, ob er hier in Lugano Verkehr hat, habe ich Anhaltspunkte. Trotz aller Bemühungen ist mir das aber bis heute noch nicht gelungen. Sie dürfen versichert sein, dass ich die Angelegenheit immer im Auge behalten werde. Die beigefügte Abschrift bitte ich gut aufzubewahren, falls sie hier noch gebraucht werden sollte.- Ich hoffe, Ihnen bald Weiteres berichten zu können.

Mit herzlichen Grüssen und Heil Hitler

Ihr Franz Lang Handschritlicher Vermerk oben links:

Herrn Major Nettery

z. Kntn. und weiteren Veranlassung Unten links:

Herr Schneiderfranken müsste einmal aufgefordert werden die früheren Mitglieder der EBDAR namentlich zu benennen. Am besten durch Dr. Hasselbacher*

(*Chef der Gestapo und d e r Freimaurersachverständige, siehe den seitenlangen Bericht in: Der Blitz Kampfblatt für deutsche Aktion vom 16.Mai 1937, dort: Friedrich Haselbacher: die Christian Science. Eine freimaurerische Vorhofgemeinde).

Haselbacher lam am 1.1.1934 ins Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa). Er arbeitete im Dezernat II F unter Regierungsrat Wilhelm Mäurer. Dort übernahm er das Referat II F 2, das laut GVP des Gestapa vom 22 Januar 1934 für "Juden. Emigranten und Freimauer" zuständig war.











Friedrich Haselbacher wurde 1935 von Reinhard Heydrich befördert. 1936 wurde er Leiter des Dezernats II B im Gestapa, das für die Kirche, Juden, Freimaurer und Emigranten zuständig war. Seine Amtsbezeichnung lautete: Dienststellenleiter im Gestapa und Referent beim Chef der Deutschen Polizei für Juden-, Emigranten und Kirchensachen.

Friedrich Christian, Adjutant von Goebbels liess die Gestapo gegen EBDAR ermitteln, wissend dass sein Bruder Heinrich dazugehörte. Das war ein Teil des Kampfes gegen die Freimaurerei, mit dem Wolrad seine Rückdatierung bewirken wollte. Wolrad und Friedrich Christian wussten genau, dass sich Heydrich mit EBDAR befassen würde. Sie wussten, dass Heinrichs Position sehr geschwächt wurde. Das Gestapa hatte ein Jahr zuvor gegen Adolf ermittelt.

Der Name Schaumburg Lippe war in der Prinz Albrecht Strasse 8, bei der Gestapo und Gestapa, ein bekannter Name, der gleichzeitig für Täter wie für Opfer stand. Heinrich und Adolf waren bekannt. Sie wurden geschwächt, die Täter gestärkt. Wer gegen die eigene Familie denunzierte, bewies besondere Führertreue oder auch “Liebe zum Führer” und damit leistete er Dienste für die “Bewegung”..

Heinrich schrieb in seinTagebuch am 16 Mai 1945:

Die grösste Gefahr bedeutete für mich mein jüngster Bruder, der mich alleine 2 x anzeigte, resp. die Partei vor mir warnte. Man kann sich vorstellen, wie dies meine Position erschwerte. Es war schwer die Zeit lebend zu überstehen, ausser unter Gottes gnädigem Schutz, sonst wäre es nie aus eigener Kraft gelungen. Der Segen von Lugano lag auf mir und den Meinigen—-Bo Yin Ra ́s Segen. Das ist das grosse Geheimnis dieses wunderbaren Geschehens. Nach menschlichem Ermessen war mir keine Chance gegeben.

Der nächste Bruder setzte sich von Heirnich ab:

Stephan schrieb am 15 Februar 1937 von der Deutschen Botschaft in Rom an Herrn Prüfer, mit Durchschlag an Reichsführer SS und Gauleiter Bohle:
Zufolge eines Erlasses des Auswärtigen Amts habe ich ersehen, dass die EBDAR, Organisation Bo Yin Ras, als eine “freimaurerlogenähnliche Organisation” betrachtet wird.

Ich melde daher pflichtgemäss, dass ich s. Zt. im Herbst des Jahres 1925 dieser Organisation beigetreten war und im Frühling 1926 wieder ausgetreten bin. Damals hatte diese Organisation mit Politik nicht das Geringste zu tun und befasste sich lediglich mit der Erforschung geistiger und seelischer Dinge, sowie deren Zusammenhänge. Irgendein auch nur loser Zusammenhang mit Freimaurerlogen bestand meines Wissens nicht, im Gegenteil wurde der zersetzende Einfluss der Freimaurerei durchaus erkannt und verurteilt. Mein Austritt erfolgte aus eigener Initiative, weil mir die Organisation nicht zusagte.

Ich habe meine frühere Mitgliedschaft bislang nicht angegeben, weil ich mir eines Zusammenhangs dieser Organisation mit Freimaurerlogen nicht bewusst war,

Heil Hitler

Gez. Prinz zu Schaumburg-Lippe

Gleiche Meldung ergeht an: Reichsführer SS und Gauleiter Bohle

Aus Stephans Personalakte Bl. VI013087 Rep IV Nr. 1092 Politisches Archiv des AA in Berlin:

Sehr verehrter Herr Prüfer,

Gnadenerlass Bouhler

Fragebogen Spalte 13 Stephan Februar März 1938 Gnadenerlass Zentraleinlaufamt NSDAP
Gnadenerlass Mitgliedschaft zur Freimaurerloge Der Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP Berlin, den 24 Februar 1938

Auf Grund der mir vom Führer mit Erlass vom 27 Juni 1937 erteilten Ermächtigung habe ich auf dem Gnadenwege entschieden, dass Sie trotz frührer Zugehörigkeit zu einer logenähnlichen Organisation (EBDAR, inspiriert von Josef Schneiderfranken = Bô Yin Râ; „Ermächtigte Bruderschaft der Alten Riten“) weiterhin Parteiämter bekleiden können.

Reichsleiter Unterschrieben Bouhler*

An den Parteigenossen Stephan Prinz zu Schaumburg-Lippe Rom

(*Philipp Bouhler Reichsleiter in der Kanzlei des Führers, hauptverantwortlich für das Euthanasieprogramm, d.Verf)

Ein weiteres Dokument (Bundesarchiv Findbuch PK Film Nr. 226) lautete:

Der Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP Berlin W 8, den 24 Februar 1939
Vosstrasse 1
Fernruf 12 20 54
Stempel: Eingegangen 4 März 1938 Reichsleitung der NSDAP Zentraleinlaufamt
III a- 102012

An den Herrn Reichschatzmeister der NSDAP München
Betr. Gnadensache. Pg. Prinz zu Schaumburg Lippe, Rom (handschriftlicher Vermerk: ohne Vorname, Stephan). Mitglied.- Nr. 309.344

Ihr Zeichen: o.V.

Im Auftrage des Chefs der Kanzlei des Führers der NSDAP, Herrn Reichsleiter Bouhler, überreiche ich Ihnen in der Anlage Fotokopie der in obiger Gnadensache getroffenen Entscheidung zur Kenntnisnahme.

Heil Hitler ! I.A. Reichsamtleiter

Gesamtverzeichnis der Schriften von Bo Yin Ra

Dienstag, 21. Juni 2016

DER HUNDERTSTE BEITRAG

Noch ist der Inhalt nicht entschieden. Warten wir es ab. Irgendeine Meldung wird in den nächsten Tagen hier Platz finden....

Lassen wir uns Zeit

Detail aus Lorenzettis "Allegorie der Guten Regierung"

Montag, 20. Juni 2016

Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe und der Brexit

Er wäre gegen den Brexit

Eintragung vom 5 Mai 1945

Mir schweben als Wunschtraum die Vereinigten Staaten von Europa unter englischer Führung vor als einzige Lösung.  Je freiwilliger die Gründung Paneuropas vor sich geht, um so reibungsloser dürfte sich die weitere Entwicklung gestalten und die gegenseitige Atmosphäre  von Hass und Antipathie beseitigt werden können. Und das ist enorm wichtig. Die Umstellung Deutschlands auf Paneuropa wird in mancher Beziehung leichter sein als in den anderen Staaten, da man sich bei dem notwendigen Aufbau gleich hierauf einstellen kann.


Samstag, 18. Juni 2016

Dr. Klaus Graf bespricht Tagebuch von Heinrich Prinz zu Schaumburg - Lippe nicht

Dr. Klaus Graf bespricht bei archivalia das Tagebuch nicht, trotz Anschein.

http://archivalia.hypotheses.org/57288.

Interessant, dass sich circa 69 % der Rezension mit dem auseinandersetzt, was in der Publikation Tagebuch NICHT enthalten ist, nämlich mit dem jagdlichen Teil.

Es gehört zur Wissenschaftsfreiheit das herausgeben zu können was beliebt.

Für den Inhalt des Tagebuchs selbst benötigt Herr Dr. Graf 30 % seines Rezensionstextes. Diese 30 % sind eigentlich eine Kopie der Rezension von Herrn Winterhager, die im Adelsblatt publiziert wurde, Blatt das Herr Dr. Graf NICHT liest. Auch das gehört zur Wissenschaftsfreiheit, etwas nicht zu lesen.

Dass ein vor 70 Jahren verstorbener Tagebuchautor dem Rezensenten nicht sympathisch ist sollte zumindest andeutungsweise begründet werden, Sympathiebekundungen oder Bekundung von Antipathie gehören in den subjektiven Bereich und sollten nur dann eine Rolle spielen, wenn diese Aspekte eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Text ermöglichen. Hier bleibt es bei einer Plattitüde.

Eine Rezension sieht anders aus.

Dennoch danke ich für die "Besprechung".





Mittwoch, 15. Juni 2016

Rezensionen Tagebuch Wiedergutmachung muss sein

Rezensionen

Hannoversche Allgemeine Zeitung, Aristokrat und Nazi-Gegner, von Simon Benne 19 Mai 2016



Dr. Friedrich Winterhager in der Juni 2016 Ausgabe des Adelsblattes, Mischung von Weltschmerz und Realismus


http://m.sn-online.de/Schaumburg/Landkreis/Aus-dem-Landkreis/Beobachtungen-eines-Randstaendigen

http://www.schaumburger-zeitung.de/portal/lokales/sz-heute/eilsen_Er-sah-den-Krieg-kommen-_arid,809116.html

Schaumburger Zeitung, Bericht über Lesung in Bad Eilsen, Im Sinne des Grossvaters, Herbert Busch, 17 Juni 2016

http://m.sn-online.de/Schaumburg/Eilsen/Bad-Eilsen/Im-Sinne-des-Grossvaters


Freitag, 10. Juni 2016

Hinrich Wilhelm Kopf und Willy Brandt


Hinrich Wilhelm Kopf, erster Ministerpräsident Niedersachsens
Heute wurde in der faz darüber berichtet, dass 1950 Willy Brandt 200.000 Deutsche Mark aus Washington erhalten habe ...

Bei Willy Brandt fällt mir wieder der Hinrich Wilhelm Kopf Auslieferungsvorgang von 1948 ein und Willy Brandts Intervention. Er half dabei, Hinrich Wilhelm Kopf zu exkulpieren....

siehe auch:

Kopf kein Kriegsverbrecher dank Brandt ?

Hierzu schrieb ich vor zehn Jahren:

POLITICAL DIVISON, HEADQUARTERS äusserte seine Sorge am 1.3.48. an den
Richter in Herford der über das Auslieferungsersuchen zu befinden hatte:

TOP SECRET
The Polish application for extradition of Kopf, coming at this juncture appears to be
a deliberate political manouvre with the object of causing embarrassment to British
Military Governement and to Western Powers generally...a decision to retain Kopf´s
name on the UNWCC (Liste gesuchter Kriegsverbrecher) would certainly cause a
very serious embarrassment.

Willy Brandt griff ein und half der SPD aus der Situation. Das ergibt sich aus dem
Schreiben von Legal Division vom 10.3.1948:

Mr. Brandt, the SPD Liaison Officer in Berlin has sent around to me the attached
deposition by a German from whom the Russians tried to extrot evidence on the
Kopf case. It is a very interesting document, and Legal division may well wish to
examine the man further. He can be contacted by means of Mr. Brandt.

10 Tage später meldete Political Division an das Foreign Office:

20 März 1948 TOP SECRET

We have received from Herr Brandt of the SPD Liaison Bureau in Berlin a signed
deposition by a German, Hans Georg Koch, from whom the Russians allegedly
attempted to extort evidence for the case against Ministerpräsident Kopf of Lower
Saxony.

Willy Brandt hatte eine Zeugenaussage eines Herrn Koch aus Bautzen übergeben:
Ich, Hans Georg Koch, Hauptwachtsmeiser bei der Grenzpolizei Abteilung I,
Bautzen, habe folgende Aussagen zu machen:

...Ivanow legte mir einige Bilder vor. U.a. befand sich hierbei ein Bild welches einen
älteren Herrn hinter einem Schreibtisch sitzend darstellte. Er fragte mich, ob ich
dieses Bild kenne, was ich auch bejahte...Iwanow versuchte mich dann dazu zu
bewegen, dass ich diesen Mann doch im Lager Ausschwitz bei einer Besichtigung
gesehen haben müsste was ich verneinte. Er versuchte mich nun mit allen
Redensarten dazu zu bewegen, dass ich darüber aussagen soll, diesen Mann dort
gesehen zu haben, was ich aber ablehnte. Ivanow dann zu mir: du nicht Sozialist, kein
guter Deutscher, und Verräter an der Arbeiterbewegung.....”

Welche Stellungnahmen zu den einzelnen Vorwürfen hatte Herr Kopf abgegeben ?

Am 22 Februar 1948 erklärte er schriftlich zum Vorwurf der Misshandlung und Ausbeutung
polnischer Arbeiter auf einem Anwesen in Sadowa:

The Estate belonged to my former wife. Only occasionally did I have anything to do
with this administration and then only as a private individual exercising the normal
legal rights of the husband. An independent manager was responsible for its actual
Administration. I always insisted that no differences should be made between polish
and german workers and that they should not be exploited or mishandled. Naturally a
normal days work was expected and action was taken against idleness cruelty to
animals and theft. In some cases I boxed the ears of anybody caught redhanded in an
offence whether a pole or German.

Zum Vorwurf der Kollaboration in der Aussiedlung von Polen als Mitglied der Kommission
in Czestochowa antwortete er:

I had nothing to do with evacuation whether in my official capacity or as a private
individual. I was never a member of a Commission for the evacuation of Poles from
the Czestochowa area. I do not know what office turned Jan Kuc out of Krzepice.He
came to me as a refugee and I took him and his family in at Sadowa and gave him
work. Eduard Miara was known to be a thief and idle. He was reported to the police
for various misendeavours and given a short sentence of imprisonment. He may have
served his sentence in a labour camp but not in a concentration camp. Stanislau
Klucznia was also sentenced to a short form of imprisonment by the court at Lublintz
for theft. Wladislaus Idaas worked for a short time at Sadowa. He left his work
without giving notice. I have no knowledge at all of what happend to him afterwards.

Zum Vorwurf der rechtswidrigen Zueignung privaten polnischen Vermögens erklärte er
schriftlich:

I have in no case appropriated Polish property or acquired it in any other illegal way.
The house to which I was directed in Königshütte in 1939 was incompletedly
furnished.The furniture belonged to the previous occupant who had fled.When the
office of the custodian in Kattowitz ordered the furniture to be sold because the
owner could not be found, I brought bedroom and kitchen furniture, and household
effects with permission of the custodian and paid the apparently fixed price. The
office of the custodian had in Kattowitz and Königshütte for some considerable time
depots of ownerless property. When storage costs became high and the refugee
owners did not turn up the goods were up for sale.With the express permission of
the office of the custodian and at the full officially fixed price I bought a few articles
(detailed in the statement). I used them to complete my furnishing in Königshütte
branch of the main office of the Custodian for the cast stored a quantity of furniture
in Königshütte. Here were beds, cupboards, tables, etc. I bought job lots for this at the
officially fixed prices and gave it freee to the Polish and German labourers families in
Sadowa without differentiating between any nationalists.

Herr Kopf erschien nicht bei Gericht.

Die ganze Angelegenheit war brisant. Griff man in die Trickkiste double bluff? Der
Kronzeuge aus Bautzen der die Anschuldigungen gegen Herrn Kopf als Kommunistenhetze
enttarnte ? Wieso mussten die Berichte über Herrn Kopf vernichtet werden....? Wieso
befindet sich der einzige report in Niedersachsen ? War es wirklich der einzige Bericht ?
Was steht in diesem report ? Der report liegt sicherlich im Bestand der niedersächsischen
Staatskanzlei.

siehe Kapitel 22 in Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe und das parallele Unrechtssystem, 2006

hier

siehe auch Seite 65 in Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe, Kammler und von Behr

http://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000019347


update:

13 Juni 2016

Erhielt eine Zuschrift von Herrn Scott Krause:

......... Your research concerning Brandt-Kopf catches Brandt at a turning point of his biography, 1947/48. In the space of a few months, Brandt scrapped dreams of a “Third Way” between the US and the USSR in favor of a career in the ardently anti-Communist SPD.

If you are interested in this development, I can point to an essay I published within the last year with a colleague in the Netherlands.


Best regards,

Scott Krause


Scott H. Krause, PhD
Lecturer
Department of History
Hamilton Hall, CB #3195
University of North Carolina
Chapel Hill, NC 27599-3195
USA





Donnerstag, 2. Juni 2016

Lesung im Palais im Park (Bad Eilsen) 15 Juni 2016 um 19.30 Uhr


http://www.palais-im-park.events/common/info/buchvorstellung-und-lesung.html

Dabei sind Heinrich Prinz von Hannover (Verleger) und Alexander vom Hofe (Herausgeber).






Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe, 1933


Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe, 1933

Dagmar zu Schaumburg-Lippe, Tochter des Tagebuchautors, hinten ein Bild von Bad Eilsen, 1955
Dagmar zu Schaumburg-Lippe, Portrait 1959

http://www.52gradnord.de/Bad_Eilsen.html


Notiz zur Veranstaltung:

Es war ebenfalls ein gelungener Abend. Das Palais im Park ist ein empfehlenswerter Veranstaltungsort. Schöner Theatersaal. Ich musste mich an die grellen Scheinwerfer gewöhnen die mich direkt anstrahlten.

Dabei war ein Redakteur der Schaumburger Zeitung der Notizen aufnahm und Fotos schoss, Herr Busch. Er schrieb einen sehr gelungenen Bericht den ich unten verlinke. Bei Registrierung kann der gesamte Artikel gelesen werden.

Ich bin sehr positiv überrascht über die sehr freundliche Aufnahme bei der Schaumburger Zeitung. Ein herzliches Dankeschön, ebenso an die Buchhandlung Scheck in Bückeburg die den Büchertisch organisierte.

Heinrich Prinz von Hannover und bekannte Begleiter schlugen am Abend nach der Veranstaltung vor in Bückeburg zu Abend zu essen. Wir parkten gegenüber von der Stadtkirche und gingen einige Meter in ein in der Nähe gelegenes Lokal mit dem Namen zur Falle von dem ich nicht wusste wem es gehört. Als ich am Tisch sass wurde mir eröffnet, dass es meinem nicht nur Namensvetter gehört. Nach wenigen Minuten erschien er, womit keiner gerechnet hatte. Heinrich Prinz von Hannover erhob das Bierglas zum Anstoss auf das Fürstenhaus und dann assen wir gemütlich zu Abend, Ofenkartoffel mit Lachs,...ein nettes Familientreffen..............

http://www.schaumburger-zeitung.de/portal/lokales/sz-heute/eilsen_Im-Sinne-des-Grossvaters-_arid,809961.html



Dienstag, 31. Mai 2016

Zitat nach dem Sohn von Kurt Freiherr von Plettenberg





"Mein Vater entschied sich für ein Angebot von Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe, Chef des fürstlichen Hauses, und ging als dessen Hofkammerpräsident im Sommer 1937 nach Bückeburg. Er sanierte die umfangreichen Besitzungen, die etwa 80.000 Morgen umfassten. Da der Vermögensverwaltung Liegenschaften unterstanden, die nicht nur in Schaumburg-Lippe, sondern auch in Mecklenburg und Österreich lagen, erforderte deren Lenkung viele Reisen".

aus: 

https://www.preussen.de/de/heute/forum_preussen/zur_erinnerung_an_kurt_freiherr_von_plettenberg_(1891-1945).html

Interessante Aussage, die ich später weiterentwickeln werde. 80.000 Morgen dürften 20.000 Hektar sein.

20.000 Hektar sind möglicherweise ein Ansporn, sich so zu benehmen, dass das BGB nach 1936 ausser Kraft gesetzt wird. 

Die SS sprach im Rahmen der Fideikommissauflösung von wohlwollender Gesetzgebung. Sie war somit bestimmten Familienangehörigen wohlgesonnen. 

Historiker könnten sich dieser  auf der Hand liegenden Frage annehmen .... und sich fragen, wieso sich die "Oberhäupter" anbiederten. Nicht aus politischer Affinität, sondern aus materiellen Gründen, 20.000 Morgen sind ein Argument um diesen Brief zu schreiben und zu betonen, man sei ein Oberhaupt, ein Chef, dem Sonderrechte zustehen:

Brief an Göring

Sonntag, 29. Mai 2016

Video Buchvorstellung Leibniz Bibliothek 19 Mai 2016 in Hannover

Wir haben eine handy Aufnahme die zwar nicht optimal,  aber gut genug ist, um hier wiedergegeben zu werden.

Es sind Heinrich Prinz von Hannover (Matrixmedia Verlag) und Herr Prof. Dr. Werner Lehfeldt zu sehen und zu hören. Ort: Vortagssaal Landesbibliothek Hannover, 19 Mai 2016.

Vorträge Vostellung Tagebuch HPvH und WL


Samstag, 28. Mai 2016