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Donnerstag, 19. September 2019

Fideikommisserlöschensgesetz Kriegsvorbereitungshandlung Teil III

Eine Offensichtlichkeit die übersehen wird, wenn die Kriegsvorbereitungshandlungen und die Militarisierungsabsichten unerkannt bleiben.

Stichtag an dem das (zuverlässige) Oberhaupt der Adelsfamilie Inhaber des gesamten "Hausvermögens" werden soll ist der



Samstag, 14. September 2019

Instruction Manual Ford Trimotor Airplane

Die 114 Seiten starke Anleitung zur Bedienung der Ford Tri Motor erläutert viele Details.





Nicht lax sein im Reinigen des Fuel Systemsist eine Sache, Verunreinigen eine andere..



Dies nur zum Thema Fuel. Es gibt auch Thema Batterie, Ölpumpen usw.

Denn im Bericht der New York Times zum Absturz am 26 März 1936 bei Amecameca (Mexiko) bei dem Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe und seine Ehefrau ums Leben kamen (samt 12 weiterer Mitfliegende) hiess es, dass Augenzeugen gehört hätten, wie es zu Fehlzündungen kam.

Wenn man das Handbuch liest wird deutlich, dass es viele Manipulationsmöglichkeiten gab.

Und dieses Handbuch konnte ab 1929 auch käuflich erworben werden...





Cerro Venacho



Freitag, 13. September 2019

NLA fliegt eventuell aus dem Schloss Bückeburg


https://m.sn-online.de/Schaumburg/Bueckeburg/Bueckeburg-Stadt/Schloss-Bueckeburg-Ersetzt-bald-ein-Luxushotel-das-Landesarchiv

https://www.szlz.de/region/bueckeburg_artikel,-luxushotel-auf-schloss-bueckeburg-_arid,2571075.html


Schade, wenn Kultur dem Kommerz weichen soll

Wenn alles mit rechten Dingen zuginge hätte ich ein Wort mitzureden

Was hat der selbsgekrönte Fürst nach knapp 50 Jahren gegen das NLA?

Ich gewinne den Eindruck dass er kein grosser Archivnutzer ist. ....

Dass ich es nutze ist ebensowenig erwünscht.

Dafür gibt es in Spanirn einen Begriff: el perro del hortelano, ni come ni deja comer.

Ich baue hier in Spanien mein kleines zugängliche Archiv weiter aus....


Steyrling und eine Eheschliessung

Im Mai 1956 heiratete Dagmar, die Tochter des verstorbenen Prinzen Heinrich. Sie zog nach Spanien. Sie war Alleinerbin ihres Vaters und Miterbeserbin nach Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe.

Durch Beschluss des OLG Wien vom 6.12.1956 wurde die Eintragung Wolrads in Sachen Forstgut Steyrling angeordnet. Bekanntmachung durch Anschlag an die Amtstafel des OLG Wien, weit weg von Spanien.

Einzelheiten S. 229-237 Vier Prinzen SL 2006

Dagmar zu Schaumburg-Lippe, 1956




Donnerstag, 12. September 2019

Welche Gefangenen hat Ingeborg Alix betreut ?


Oktober 1944

aus US amerikanischen Beständen

Gelöbnis der Führerin im Helferinnen Korps

Ingeborg Alix wurde am 5 Oktober 1944 Oberste Führerin des SS Helferinenn Korps
Ich habe heute gegenüber dem Kommandeur der SS Helferinnen folgendes Gelöbnis abgelegt:

Ich gelobe ich werde den Führer des Grossdeutschen Reiches, Adolf Hitler, treu und gehorsam sein, ...

5. Oktober 1944













Betreuung der Gefangenen?

The Advertiser (Adelaide), 28 August 1941)


Gestapo
BUENOS AIRES, August 27
A dramatic development occurred in
the official investigation into Nazi
activities in the Argentine, when
Gottfried Sandstede. officially a press

official at the German Embassy, but;
suspected of being head of the Gestapo i
lin the Argentine, fled to Brazil by air. ]
The Foreign Office had earlier'ruled
that Sandstede was not entitled to dip
lomatic immunity, whereupon the Par
liamentary investigating committee at
tempted to take him into custody and'
ordered the police to watch his home,
and picket all roads and railways
It now appears that Sandstede with-!
[drew money Irom a bank, hid all night.!
| and then boarded a plane
He is the third prominent Nazi to
flee Irom the investigation, causing!
j officiate to look suspiciously at the re
imainder ol the staff of 156. all of whom
claim diplomatic immunity .
SS Helferinnen Korps

Ingeborg Alix schrieb in ihren Memoiren dass sie die Urkunde verbrannt hatte.

Wie sind die Amerikaner an diese Dokumente gelangt ?

Im Bundesarchiv sind diese Unterlagen nicht zu finden.

Zitate in Seite 271 der Vier Prinzen 2006:

Himmler kannten wir ja schon, seit Josias (Josias Prinz von Waldeck) ihn, Jahre vor der Machtergreifung, als er noch ein kleiner unbedeutender Diplomlandwirt war, nach Lehnsahn (Familiensitz des Grossherzogs von Oldenburg, d.Verf.) mitbrachte. Zwar gehörte er zu den aktiven Nationalsozialisten aber sein Name war einer von vielen.- Himmler war stets freundlich zu uns. Auch später als mächtiger Mann…………. S. 45 Himmler sehr belustigt meinte:“Heydrich wie wäre es, wenn wir die Prinzessin dem Staatssicherheitshauptamt zuteilten für den hiesigen Bereich ? “ Dieser Scherz sollte noch Folgen haben !!! Einige Zeit später erhielt ich auf einem offiziellen Briefbogen mit dem Kopfzeichen des Reichsführers SS eine Art Bestallungsurkunde etwa als Landesbeauftragte Süd des Sicherheitshauptamtes.Als Anlage ein S. 46 sehr launiges Begleitschreiben Himmlers! Ein toller Scherz: Acht Jahre später hätte es mich glatt das Leben oder viele Jahre Gefängnis kosten können. Wenn - meine schwergeprüften Schutzengel nicht aufgepasst hätten… Als ich es nun 1947 fand, sträubten sich meine Haare himmelwärts, noch nachträglich! Fünf Minuten später ging das Papier in Flammen auf.



Mittwoch, 11. September 2019

Wolrad förderndes Mitglied der SS seit Mai 1934

Dass Wolrad Prinz zu Schaumburg Lippe förderndes Mitglied der SS am 6 Mai 1934  wurde erlangt grosse Bedeutung wenn festgestellt wird, dass das Gestapa Ermittlungen gegen Wolrads Bruder Adolf  Fürst zu Schaumburg Lippe am 4 Juli 1934 aufnahm.











Dienstag, 10. September 2019

Entnazifizierungsakte enthält interessante Vermögensaufstellung und Erklärungen





Interessant ist, dass der Steinbruch Steinbergen verschwiegen wird. Kein Wunder bei den Vorfállen die sich dort ereigneten.

Steyrlng (circa 10.000 hektar in Österreich) wurde nicht erwähnt. Mecklenburger Güter ebensowenig, auch keine Besitzungen in Brandenburg. Der Fürstenhof als Immobilie wird nicht erwähnt (Sitz der Focke Wulf). Viele andere Positionen werden nicht genannt.

Je nach dem wie sich die Situation darstellt werden andere Angaben erteilt.

Interessant die Angabe dass Bruder Adolf das meiste 1911 von seinem Vater erbte. Wie gelang es Wolrad ALLES zu erwerben ? Durch Fideikommissdeklaration von ALLEM. Das machte die Nazis so unwiderstehlich für Wolrad.

Landgericht Bonn wurde gebeten, das Archiv in Bückeburg um Amtshilfe zu ersuchen

Akten zum Verkaufsvorgang Palais Schaumburg Bonn an Wehrmacht befinden sich in Bückeburg. Diese sollten, wenn eine Aufarbeitung gewollt ist, beigezogen werden.







Müsste eigentlich einem Miterbeserben gestattet sein, in die Vorgänge Einsicht zu nehmen....

Werden Bima und/oder Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe Einwendungen erheben ?

Samstag, 7. September 2019

Tante Ju geriet nicht in Brand

Ein video zeigt wie die Tante Ju in den Schweizer Alpen im August 2018 abstürzte und nicht in Brand geriet.

-augenzeugin-filmt-crash-am-piz-segnas-hier-stuerzt-die-ju-52-ab-id15044750.html

https://www.sust.admin.ch/inhalte/AV-berichte/HB-HOT_ZB_D.pdf

Hingegen kam es zum Brand der Ford Trimotor die in Mexiko im März 1936 abstürzte

Mit an Bord Fürst Adolf, seine Frau Ellen und 12 weitere Personen

aviation-safety-network-verlinkt-vierprinzen

twitter @hofealexander

Donnerstag, 5. September 2019

Wolrad Schwerfeger kandidierte für CDU 1957

Dr. Wolrad Schwertfeger
Wahlplakat 1957 für die CDU, Kommunalwahl Bückeburg


twitter @hofealexander

Aufarbeitung der Geschichte eines Gebäudes das Demokratie symbolisiert

Es ist eine schwierige Frage.

Sollte die Geschichte des Palais Schaumburg aufgearbeitet werden ?

Oder besser nicht?

Es hat den Anschein, dass die zweite Option gewählt worden ist. Bis auf den Bonner General Anzeiger und die HAZ hat sich niemand von Presse und anderen Medien zu einer Berichterstattung hinreissen lassen.

Presse und Medien berichten über viel Nebensächliches.

Ein Beschwerdeverfahren das eine Grundbucheintragung prüft ist nicht geeignet über geschichtliche Abläufe zu urteilen. Das Verfahren kann aber ein Anlass sein, um die wichtige Thematik mit dem Kenntnisgrad von 2019 aufzugreifen.

Ein wenig vorgearbeitet habe ich.

Forschungsprogramm zur Auseinandersetzung mit der
         NS-Vergangenheit zentraler deutscher Behörden
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Das Bundesarchiv, Koblenz
Bewerbungsschluss: 28.02.2017

Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit der zentralen deutschen
Behörden und dem Umgang dieser Behörden mit ihrer belasteten Geschichte
und ihren personellen Kontinuitäten nach 1945 stellte lange Zeit ein
Desiderat der Zeitgeschichte dar. Mit den 1990er Jahren trat dieses
Defizit zunehmend in den Blick, so dass die Studie einer
Historikerkommission zur NS-Vergangenheit des Auswärtigen Amts im Jahr
2010 eine breite öffentliche Diskussion auslöste. Seither haben etwa
zwanzig Bundesministerien und Bundesbehörden Historikerkommissionen zur
Untersuchung der NS-Vergangenheit ihrer Vorläuferinstitutionen und/oder
ihres Umgangs mit NS-Kontinuitäten und NS-Belastungen in der
Nachkriegszeit eingesetzt und einschlägige Forschungsprojekte
gefördert.

Die Bundesregierung strebt in Fortsetzung dieser Initiativen eine
umfassende historische Aufarbeitung der NS-Belastung der
Bundesministerien und zentraler Bundesbehörden sowie der zentralen
Behörden und staatlichen Einrichtungen der ehemaligen DDR an. Ziel des
Forschungsprogramms ist eine Erweiterung der bislang vorwiegend auf
Einzelinstitutionen gerichteten Forschung um übergreifende,
querschnitthafte und vergleichende Fragestellungen.

Aufgrund seiner übergreifenden Bedeutung wird im Rahmen dieses
Forschungsprogramms die Untersuchung des Bundeskanzleramts explizit
ausgeschrieben.

Zum angestrebten Zweck der Aufarbeitung hat die Beauftragte der
Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) ein Förderprogramm in Höhe
von 4 Mio. EUR für den Zeitraum 2017 bis 2020 aufgelegt. Von dieser
Summe sind 3 Mio. EUR für den Teil der über Einzelinstitutionen
hinausgehenden übergreifenden, vergleichenden oder querschnitthaften
Studien (Programmteil A) und 1 Mio. EUR für die Untersuchung des
Bundeskanzleramts (Programmteil B) vorgesehen.

Anforderungen

Antragsberechtigt sind Forscher bzw. Forschergruppen an Universitäten
und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Einzelforscher,
deren Vorhaben an solche Einrichtungen angebunden sind.

Das Programm soll dazu dienen, institutionelle Forschungslücken zu
schließen und im freien wissenschaftlichen Wettbewerb unter politik-,
sozial- und kulturgeschichtlichen Fragestellungen Forschungsprojekte zur
NS-Belastung und NS-Kontinuität von Bundesministerien und Bundesbehörden
sowie Ministerien, Behörden und staatlichen Einrichtungen der ehemaligen
DDR bzw. der Geschichte ihrer Vorläuferinstitutionen in der NS-Zeit zu
entwickeln.

Im Programmteil A sollen behördenübergreifende Vorhaben angeregt werden,
die beispielsweise

- ressortübergreifende Querschnittstudien zu mehreren Behörden derselben
Hierarchieebene oder vertikale Längsschnittstudien nachgeordneter
Behörden desselben Geschäftsbereichs beantragen;
- nicht- oder halbstaatliche Akteure wie Interessenverbände
einbeziehen;
- Untersuchungszeiträume wählen, die die klassischen Zäsuren wie
diejenigen von 1933, 1945 oder 1949 überspannen;
- das Potential des historischen Vergleichs - vor allem des
deutsch-deutschen Vergleichs unter Einbeziehung von DDR-Behörden bzw.
Funktionsäquivalenten zu bundesdeutschen Stellen - nutzen.

Gefördert werden Anträge bis maximal 400.000 EUR.

Im Programmteil B sollen insbesondere Vorhaben angeregt werden, die
beispielsweise

- die Frühgeschichte des Bundeskanzleramts (BKAmt) in seiner personellen
Kontinuität und Diskontinuität zur Zeit vor 1945 und zu seinen
Vorgängerinstitutionen seit 1918 erschließen;
- die Rekrutierung des Personals im Kanzleramt sowie die Interaktion und
Netzwerkbildung zwischen dem BKAmt, den Bundesministerien und
Landesbehörden thematisieren;
- Forschungsfragen der Mentalitäts- und politischen Kulturgeschichte
berücksichtigen, um Kontinuität und Wandel in dem vom BKAmt geprägten
Politikstil zu erschließen.

In diesem Programmteil ist auch ein Antrag vorstellbar, mit dem der
komplette Förderansatz in Höhe von max. 1 Mio. EUR ausgeschöpft wird.

Anträge im Umfang von maximal 10 Seiten (Schriftgröße 12, 1,5-zeilig)
sowie ein detaillierter Kostenplan werden erbeten bis zum 28. Februar
2017. Die Anträge sind zu richten an den Präsidenten des Bundesarchivs,
Herrn Dr. Michael Hollmann, Potsdamer Straße 1, 56075 Koblenz.

Um eine wissenschaftlich fundierte Auswahl der Projekte sicherzustellen,
wird die BKM eine unabhängige Fachjury berufen. Auf der Grundlage dieser
Beratung trifft das Bundesarchiv die Förderentscheidung.

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Dr. Michael Hollmann

Bundesarchiv, Potsdamer Straße 1, 56075 Koblenz

Frage: Wird ein Forscher sich der Frage widmen, wie es zum Erwerb des Palais Schaumburg in Bonn im Jahr 1938 kam ?

Nachtrag:

In Sachen Hohenzollern werden zwei Historiker von der Bundesregierung unter Vertrag genommen.

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Mittwoch, 4. September 2019

Fürstliches Schloss Gefängnis für den König von Belgien ?

Mehr zu Militarisierung von Objekten und Krieg (pendant zum Palais Schaumburg)

Leopold III König von Belgien und Schloss Bückeburg

Wenn man den Memoiren des nationalsozialistischen Präsidenten der Landesregierung des Freistaates Schaumburg Lippe, Karl Dreier, Glauben schenken darf, so sollte im Juni 1940 der “Kriegsgefangene” Leopold III König von Belgien zwangsweise in Schloss Bückeburg untergebracht werden (S. 118). Speer soll den Plan verworfen haben, weil die Einrichtung einer gut funktionierenden Sanitär- und Heizungsanlage zu aufwändig gewesen wäre. An diesen Vorgängen waren unter anderen, Dr. Otto Meissner (Präsidialkanzlei des Führers) , Rohrssen (ehemaliger Schlossinspektor und dann Hausintendent bei Goebbels), Karl Dreier und Wolrad Prinz zu Schaumburg Lippe beteiligt. Meine Ausführungen auf S. 165 unten, 166 ud 167 in Vier Prinzen gewinnen
damit eine Erklärung.

2010 veröffentlichter Beitrag

https://archivalia.hypotheses.org/17942

Cover Collage der Memoiren von Karl Dreier (deponiert im NLA Standort Bückeburg)





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Dienstag, 3. September 2019

Kriegsvorbereitungen seit 1935 (Palais Schaumburg in Bonn)

Die Bundesanstalt für Immobilien (BIMA) hat das Landgericht Bonn um eine Fristverlängerung zur Abgabe einer Stellungnahme in Sachen Grundbucheintragung des Palais Schaumburg in Bonn gebeten.

Es gibt Akten zum Verkauf des Palais Schaumburg in Bückeburg die für das Verfahren vor dem Landgericht Bonn erheblich sind.

Ich werde daher beantragen, dass das Landgericht Bonn beim NLA anfragt ob es  Akten zum Verkaufsvorgang verwahrt.

Einen Beweis dafür dass schon 1935 (vor dem Tod des Eigentümers, Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe) die Abgabe des Palais Schaumburg an die Wehrmacht geplant war veranschaulichen diese Bestandssignaturen im NLA.







K 2 Bestand

Wer den Abverkauf vornahm sollte die Karten offenlegen und wenn er sich gegen Offenlegung wehrt, dann sollte das Gericht entscheiden. Verwahrer ist das Land Niedersachsen. Amtshilfe sollte geleistet werden.


siehe zur Militarisierung auch:

Aus vier Prinzen 2006 Seite 290

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Mittwoch, 28. August 2019

NLA digitalisiert freundlicherweise das Tagebuch von Heinrich Prinz zu Schaumburg Lippe

Das Tagebuch des Prinzen Heinrich (Laufzeit 1906 - 1947) wird vom Niedersächsischen Landesarchiv digitalisiert. Vielen Dank.
Die zum Teil mit Bleistift vollzogenen Aufzeichnungen sollen gesichert werden.
Die Referenz im NLA Standort Bückeburg lautet:
Zugangsnummer 2019/29 und Archivsignatur E 148 Nr. 1
Das Original wird weiterhin privat verwahrt werden.








Foto Bernd Schwabe

Habe die Digitalisate erhalten. Hervorragende Qualität.

twitter @hofealexander


Sonntag, 25. August 2019

Atombombe

Tagebucheintragungen (Verfasser Heinrich Prinz zu Schaumburg - Lippe)


1. 7.

Heute Nacht machten die Amerikaner im Südpazifik einen Atombombenversuch über Wasser. 120 Schiffe aller Klassen mit 3000 Tieren als Versuchsobjekte. Wir waren noch auf und lasen Zeitung. Ungefähr um 020 Uhr (um 000 Uhr wurde sie geworfen) wurde mir schlecht. Beklemmungen, Herzzustände und ein ganz merkwürdiger Geschmack im Mund. E.  ging es ähnlich, sie hatte ganz plötzlich starkes Herzklopfen, wurde ganz blass. Das gleiche Gefühl innerer Hitze wie bei einer Kalkinjektion. Nach einiger Zeit erneut der gleiche widerliche Zustand. – Wenn man bedenkt, das wenig mehr genügt, um den ganzen Erdball zu zerreissen!!! So weit sind wir also mit der menschlichen Technik gekommen. Die Menschheit steht also vor der Wahl des Selbstmordes oder zur Rückkehr zum Gesetz der Liebe. Selbstzerstörung oder der unbedingten Anerkennung, dass das Leben einen höheren Sinn hat. Geschieht dies nicht, dann steht dem Weltselbstmord nichts im Wege. Es wäre die logische Folge. Die Welt steht vor ihrer grössten Entscheidung. [S. 363] Eine Art Endphase. Die Endalternative. Die Technik mit dem Ziel, Vernichtungswaffen zu erfinden, ist auf ihrem endgültigen Höhepunkt angelangt. Eine neue Epoche hat begonnen, die des geistigen Aufstiegs. Mögen die Menschen der Verantwortung sich bewusst sein, die die Zeit ihr auferlegte. Menschheitsentwicklung. Menschheit am Scheidewege. Somit wird auch der Menschheit die Frage des Sinns des Lebens gestellt. Ungeheuer die Entwicklungsmöglichkeiten, die da zur freien Entscheidung stehn. Sie verlangen eine klare Entscheidung ja oder nein! – Merkwürdig war, dass unser Hund Angstzustände bekam und auffällig Schutz suchte. Wie das Radio heute morgen durchgab, sollen hintereinander 2 Explosionen erfolgt sein mit einer Feuererscheinung von 17000 m Höhe. Woher die 2.? Ein französischer Gelehrter warnt vor einem Unterwasserversuch, da dadurch der Bestand der Erde gefährdet werden könnte. Ich könnte mir ausserdem denken, dass der Schwingungsdruck für den menschlichen Organismus untragbar würde. Der vorgeplante Termin ist auf den September gelegt. Ich finde, dass genügend experimentiert ist, schon allein, wenn man bedenkt, wieviele Lebewesen im Ozean getötet wurden. Man sollte dem Teufel nicht den kleinen Finger reichen. Die Linie, wohin die Reise gehen kann, ist jetzt schon genau genug aufgezeichnet, um eine entsprechende Revolution auszulösen. Im Lichte dieser Fragen verblassen alle anderen früher für so überaus wichtig gehaltenen kleinen Fragen des täglichen Lebens. Wird es gelingen, diese Kraft zum Segen der Menschheit auszuwerten, oder ist es besser, die Versuche auf diesem Sektor ganz einzustellen? Heere haben ihre Bedeutung verloren. Kriege sind sinnlos. Hätte Hitler diese Erfindung gehabt, er hätte am Schluss die Welt geopfert. Das ist sicher. So hat er sich mit dem jetzigen Chaos begnügt. – – – Jetzt kann die Welt sehn, wohin Hass führen kann auf diesem Planeten! – – –

[S. 364] Die schönste Auswirkung der Atombombe wäre die Ächtung der Gewaltanwendung in jeder Form. In Rückschlag ins Geistige in der gleichen Heftigkeit, wie diese Erfindung den Gipfel negativer Möglichkeiten darstellt. Die Menschheit muss jetzt sehn lernen, wo sie steht, und wird auf den Sinn des Lebens direkt gestossen. Man sollte denken, dass jeden Einzelnen, zugegeben oder nicht, jetzt diese Frage beschäftigen müsste. –


12. 8. 1946
Kapitulationsangebot von Japan. Es ist nicht annähernd so zerstört wie Deutschland. Nun kann die Ausschlachtung beginnen. Ich bedaure lebhaft, nie im fernen Osten gewesen zu sein und dadurch die dortige Situation nicht übersehen zu können. 
[S. 289] Wesentlich scheint mir für die Entwicklung der nächsten Jahre zu sein, ob die Amerikaner die Erfindung der Atombombe den Russen zugänglich machen oder nicht. Mir scheint die Möglichkeit zu bestehn, mit dieser Bombe ohne Mobilisierung eines Heeres einen Gegner niederzuhalten resp. einen Angriff im Keime zu ersticken, z.B. indem man die Hauptstadt zerschmeisst. Mir scheint, dass Bô Yin Râ Recht hatte, als er diesen Krieg als den letzten bezeichnete. Eine Militarisierung ist heute meines Erachtens überhaupt zwecklos. Wenn man die chemischen Laboratorien am Arbeiten hindert, ist ein Volk als Angreifer so oder so ausgeschaltet. Eigentlich müsste die neue Erfindung Amerika ein derartiges Übergewicht sichern, dass eine lange Besetzung Deutschlands sich erübrigte. Sie werden Deutschland verlassen, wenn sie es ausgeplündert haben. Die Entwicklung läuft viel schneller, als wir denken, meines Erachtens. – Von 20 Jahren kann keine Rede sein.



twitter @hofealexander