Donnerstag, 5. Mai 2022

Kernsätze (Unterwerfung zund Besitzsicherung)

 

Aus Dr. Stephan Malinowski´s Buch:

Die Hohenzollern und die Nazis




Kernsätze:

S. 466: Die längst eingeschliffene opportunistische Haltung erneut zu festigen, hatte (S. 467) zu diesem Zeitpunkt nicht nur politische, sondern auch handfeste materielle Gründe. Versuche ehemals regierender "Häuser" , durch neue rechtliche Formen der Besitzbindung Regelungen zu finden, mit denen sich Grundbesitz und Hausvermögen erhalten liessen, brachen sich an der Rechtsordnung zur Auflösung der Fideikommisse, über die im Adel traditionell Besiztbindungen organisiert worden waren. Die durch republikanische Gesetze verfügte Auflösung der Fideikommisse hatte im gesamten Adel zu einer nervösen Suche nach neuen Lösungen geführt. Erst das NS-Regime setzte die Auflösung Anfang 1939 durch.

....

"Hausvermögen" konnte so steuerbegünstigt an eine einzige Person übertragen werden....Aus einem Besitzer zu treuen Händen war in diesem Fall ein Volleigentümer ohne vergleichbare Bindungen geworden....

S. 468...da sich opportunistische Vermögenszuweisungen, etwa im Fall von Fideikommissen oder bei der Errichtung von Grosserbhöfen über politische Entscheidungen durchsetzen liessen, die mit oder auch ohne jeden Schein einer Rechtsnorm wirksam werden konnten....

In der Republik blühte dem Hochadel die konsequente Anwendung des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Wirtschaftlich war der gesetzgeberiche Vorgang der Fideikommissauflösung für den Hochadel eines der wichtigsten Themen in den Jahren zwischen 1933 und 1939.

Es lässt sich begründet vermuten, dass Teile der mit Fragen der Agrarproduktion befassten Machtzentren des NS-Staats und der SS daran interessiert gewesen sein dürften, bei Kriegsbeginn die grossen landwirtschaftlichen Vermögenskörper in einer Hand zu wissen. Autarkiebestrebungen, Kriegsplanung und die Vorstellung von relativ leicht lenkbaren grossen Vermögenskörpern, die sich in der Hand möglichst loyaler und nunmehr freier Alleineigentümer befanden, gehörten zusammen...

...zur "reibungslosen Durchführung des Vierjahresplanes" sollten durch die Auflösung der Fideikommisse klare Eigentumsverhältnisse mit S. 469 der starken Position regimekonformer  "Oberhäupter" geschaffen werden (Fussnote 121 Hofe Vier Prinzen und das parallele Unrechtssystem 2006, S. 55 ff)

S. 475: Für die Familie Schaumburg - Lippe etwa, deren riesige Güter in Gestalt von Kurt Freiherr von Plettenberg seit 1941 vom selben landwirtschaftlichen Topmanager geleitet wurden wie die Latifundien der Hohenzollern- beide Familien wurden zudem partiell auch von denselben Anwälten und Notaren beraten-, ist die Praxis belegt, Agnaten mit Gütern im Osten oder "arisierten" Immobilien in deutschen Städten zu versorgen (Fussnote 141: Alexander vom Hofe, Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe, Kammler und von Behr, 154).

S. 721 

Schreiben der Reichskanzlei an Himmler, 20.3.1940, in: Alexander vom Hofe, Vier Prinzen, 92-93.

Bescheid des Landesamts zur Regelung offener Vermögensfragen (Berlin), 15.1.2004, in: https://www.vierprinzen.com/2019/12/praktikum-in-ausschliessungsgrunde-teil.html?m=1Alexander vom Hofe, Vier Prinzen, 80-82.

Freitag, 15. April 2022

Freitag, 28. Januar 2022

Raum ohne Volk

 Pariser Tageszeitung 24.5.1937 Seite 2




Beförderung in der SA die keine war (Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe)

Obertruppenführer  Wolrad Prinz zu Schaumburg Lippe wurde in der SA Brigade 162 am 9. November 1937 zum Sturmführer befördert.

Jeversches Wochenblatt vom 9.11.1937 Seite 2



In der Entlastungsschrift im Entnazifizierungsverfahren hiess es:

S.A. Wenn es dem Fürsten daher auch nicht sympathisch war, dass der Stahlhelm, dem er seit langem angehörte, in der S.A. aufging, so sah er damals aus dieser allgemeinen Einstellung hreaus, keinen Anlass, gegen seine Überführung in die Reiter SA Stellung zu nehmen. Da er von vorn herein nicht die Absicht zu irgendwelcher aktiven Betätigung hatte, liess er es geschehen zum Obertruppenführer degradiert zu werden. Er lehnte es ab, sich einer Prüfung zur Eröffnung einer Beförderungemöglichkeit zu unterziehen. 

Durch einen Zufall wurde er später zum Sturmführer befördert. Als ihn der Führer der S.A. Gruppe Nordsee einmal auf der Strasse in Bückeburg mit “Sturmführer” angeredet hatte, machte ihn der Fürst auf seinen Irrtum aufmerksam. Darauf ordnete dieser von sich aus später die Beförderung an, offenbar um der sozialen Stellung des Fürsten eine Verbeugung zu machen. Einen Sturm hat der Betroffene nie geführt. Er wurde als Sachbearbeiter für Schadenverhütung bei der Reiterstandarte 162 eingesetzt, ohne diese gewichtige Aufgabe jemals praktisch mit effektiver Tätigkeit zu beleben.

Donnerstag, 27. Januar 2022

Arolsen Archives verzeichnen eine Maria Prinzessin zu Schaumburg-Lippe

Arolsen Archives verzeichnet eine Maria Prinzessin zu Schaumburg-Lippe 


Stand 26.1.1940


Transportiert zum Konzentrationslager Ravensbrück aus politischen Gründen


Geboren am 26 Juli 1897


Zugangslisten aus verschiedenen Konzentrationslagern in das KL Ravensbrück, Veränderungsmeldungen, 1938-1944

Signatur

8143899

Entstehungszeitraum

1938-11-11 - 1944-08-31

Anzahl Dokumente

636

Form und Inhalt

Die Listen enthalten die Namen, Geburtsdaten, Haftkategorien sowie die Häftlingsnummern der Gefangenen.

Lists of Arrivals from various Concentration Camps to CC Ravensbrück, Change of strength reports, 1938 - 1944

Reference Code

8143899

Creation Date

1938-11-11 - 1944-08-31

Number of documents

636

Scope and content

The lists contain the names, dates of birth, categories of imprisonment and the prisoner numbers of the prisoners.


Es handelte sich um Maria Herget

geboren 26.7.1897 in Prag
verstorben 25.12.1942, Linz
zweite Ehegattin von Albrecht zu Schaumburg-Lippe, geboren 24.10.1869 Nachod Linie, 24.6.1939
Stiefmutter von Bathildis Prinzessin zu Schaumburg-Lippe, Ehefrau von Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe
Sechs Monate nach der Eheschliessung mit Albrecht Transport ins KZ Ravensbrück

Freitag, 7. Januar 2022

Sortieren von Beiträgen der letzten 10 Jahre




 

Aus diesen Beiträgen  könnte ein P L O T zusammengefügt werden der keine Fiktion widerspigelt, sondern eine nachvollziehbare und bewiesene Entwicklung. Wenn nichts dazwischen kommt werde ich den plot ohne Fiktionen schreiben. Die Realität übertrumpft in diesem Fall jede Fiktion.

 

Adolf

 

Adolf Fürst zu Schaumburg Lippe Ehrenbürger der Ludwig-Maximilian Universität, 5.3.2012

 

Wer war Ellen Korth ? 24.3.2019

 

Ein Traum (aus Kapitel 8 der Vier Prinzen, Kammler und von Behr), 21.2.2021

 

 

Brioni

 

Brioni Film, 26.12.2018

 

 

Vermögensentziehung gegen Adolf

 

Zurück zum Schwerpunkt der Vier Prinzen, mit Volldampf wird Vermögen des letzten regierenden Fürsten gestohlen  4.7.2014

 

Verkürzte Historie einer zweifachen Vermögensentziehung, 15.1.2018

 

Adolf „verkauft“ 1935 an Reichsumsiedlungsgesellschaft, 28.2.2019

 

 

Pullach

 

Gefährliche Nachbarschaft in 3 km Luftlinie, 2.4.2016

 

Gleiches Strickmuster: Höllriegelskreuth, 1.1.2019

 

 

Verfolgung Adolfs

 

Auch gegen den Fürsten Adolf wurde wegen Verstosses gegen das Volksverratsgesetz ermittelt, 7.2.2019

 

Devisenstrafakten heute erhalten (in einem Rechtsstaat Schachmatt !!), 25.2.2019

 

 

Absturz Mexiko

 

Reise nach Südamerika im März 1936, Flucht ? 4.10.2018

 

 

Film aus 1936: Auf einer deutschen Hacienda in Mexiko 14.3.2020

 

NS Spione in Puebla und Hidalgo (Mexiko) 15.3.2020

 

Aviation Safety Network verlinkt Vier Prinzen in database 17.2.2015

 

Wer war der Pilot der Ford Tri Motor am 26 März 1936 ? 29.2.2015

 

Generalkonsulat in Mexiko meldet Flugzeugabsturz vom 26 März 1936, 6.9.2020

 

Absturzstelle in Mexiko 4.3.2015

 

Sponsoren gesucht: Ausgrabung an der Absturzstelle und Nachweis von Sprengstoff 2.4.2014

 

Lexikon der Unfallopfer von Henner Reitmeier, 21.7.2016

 

Zu instruction manual for Ford Trimotor Teil 2 29.9.2019

 

Mexicans set airplane fire investigation 6.10.2019

 

Valentin Graf Henckel von Donnersmarck

 

Warum wurde der Testamentsvollstrecker Valentin Graf Henckel von Donnersmarck entlassen ?, 2.1.2019

 

Mehr als unwahrscheinlich dass Hofrat Müller Testamentsvollstrecker Adolfs war, 8.1.2019

 

Donnersmarck: ein Ermittlungsverfahren nach dem anderen, 6.2.2019

 

Vermögensentziehung gegen Juden

 

Friedrich Christian und die Hackeschen Höfe, 9.4.2016

 

Täter ?

 

Wolrad förderndes Mitglied der SS seit Mai 1934 11.9.2019

 

Hinrich Wilhelm Kopf und Willy Brandt, 10.6.2016

 

Ebdar

 

EBDAR, Dr. Oswald Meyer-Housselle, Bo Yin Ra (Schneiderfranken),25.6.2016

 

Argentinien

 

Estancia San Ramón Argentinien OMGUS, Bremen und die deutsche Sprache, 5.7.2016

 

Machenschaften gegen Heinrich

 

bislang unbekannte Unterlagen: Er hatte keine Chance, 3.2.2017

 

Blockadetaktik, Parteiverrat und Täuschung (hier nachlesbar), 3.12.2017

 

Kunstentziehung ?

 

Kulturnachrichten: Kunst durch Kredit, 16.12018

 

Dresdner Bank verweigert Auskunft zum Kausalgeschäft, was steckte in Wahrheit dahinter ?, 17.1.2018

 

Kulturnachrichten: Dresdner Bank, Vries Skulpturen, Auszug aus Vier Prinzen Kammler und von Behr, 18.1.2018

 

Das HAC und die  Ausführungen von Frau Dr. Lynn Rother in ihrem Buch Kunst durch Kredit, 18.1.2018

 

Kriegsvorbereitungen

 

Chronologie und Fluglärm in Wunstorf ab 1934, 24.10.2020

 

Plettenbergs vielsagende Selbstauskunft  und eine Wette auf die Kriegsdauer, 11.8.19

 

Reichsminister des Innern, Reichsführer SS und Fideikommissgesetzgebung a la carte, 11.11.2020

 

Kriegsvorbereitungen, 14.12.2018

 

Steinbruch Steinbergen Messingberg Laterit 20.3.2012

 

Fotografien Steinbruch Steinbergen 1928-1936 4.4.2020

 

Wehrgesetz und "Kauf" des Palais Schaumburg Lippe durch die Wehrmacht, 21.12.2018

 

Kriegsbeorderung vom 28.2.1939 zeitgleich mit Verkauf Palais Schaumburg an Reichswehr

 

"Verkauf" des Palais Schaumburg an die Wehrmacht war eine Kriegsvorbereitungshandlung 12.7.19

 

Das Fideikommisserlöschensgesetz als Kriegswaffe,  13.1.2019

 

Fideikommisserlöschensgesetz als Kriegswaffe II 21.7.19

 

Fideikommisserlöschensgesetz Kriegsvorbereitungshandlung Teil III 19.9.2019

 

Champagnerkorken knallten Silvester 1938 / 1939, 20.5.2021

 

 

Obskures Rechtsgeschäft: Verkauf Klaus in Steyrling gegen Barzahlung, 4.3.21

 

Viktor Schauberger

 

Viktor Schauberger, 6.6.2018

 

Opfer

 

Todesmarsch ungarischer Juden im April 1945 durch den Bezirk Kirchdorf an der Krems, 9.10.2018

 

Benediktiner Ordensstift Kremsmünster, 10.3.2019

 

Henrikus Maria Vierling´s Grab 6.6.19

 

Fürstliches Schloss Gefängnis für den König von Belgien ? 4.9.2019

 

Boizenburg (Focke-Wulf als gemeinsamer Nenner), 16.8.2020

 

 

Kammler

 

Kammlers Tod in Prag ein fake dank Ingeborg Schaumburg Lippe ? 11.6.2014

 

Kammlers Ende; Briefe von Ingeborg Alix zu Schaumburg-Lippe 29.6.2014

 

V 12: Gab es einen deal Ingeborg Alix, Kammler und Waldeck mit den Amerikanern ?, 24.8.19

 

Kammler, the hidden nazi II

 

 

Das Wie damals und danach

 

Highlight: Blick in die Trickkiste, 11.3.2019

 

Harmonische Rekonstruktion unter 4 Augen, 18.2.2019

 

Wurde die US Army getäuscht ? 3.3.21

 

 

HTO

 

Leistete der Generalbevollmächtigte von Wolrad und HZ Beihilfe zur Wegnahme jüdischen Vermögens? 25.10.2020

 

HTO Hohenzollern mehr als eine Bekanntschaft ? 26.10.2020

 

In der Konditorei sprach man um den heissen Brei (HTO), 27.10.2020

 

HTO Unterlagen sollten in Bückeburg vernichtet werden (Bruno Pfennig), 27.10.2020

 

22 Millionen der HTO bei Sparkasse Bückeburg, 28.10.2020

 

 

HTO im Januar 45 in Bückeburg, HAO schon im Herbst 1944, 8.11.2020

 

 

Erklärung

 

Die Erklärung der Kollaboration zwischen Adel und Nazis steht in einem Paragrafen, 8.11.2020

 

 

Malinowski

 

Freue mich über das Buch von Dr. Stephan Malinowski, 27.9.2021

Samstag, 25. Dezember 2021

Prinz Heinrich zu Schaumburg-Lippe am Schreibtisch


 

Malinowski Seite 403

Der Prinz sprach sich gegen jede Strategie der Zurückhaltung aus und drang auf seinen Vater ein, “dass die Krone nur  mit Hitler zurückzugewinnen sei, dass man mit den Nazis paktieren und sie geschickt nehmrn müsse”.

Meine Ergänzung:

Krone ist Synonym für die Beibehaltung des Fürstenrechts vor 1919. Nur diese Rechtsordnung sichert Privilegien und Sonderrechte. Sie schafft ein paralleles Unrechtssystem,




Mehr hier:

Sonntag, 12. Dezember 2021

Under the surface (Malinowski Seiten 466-480)


Ich verfolge die Diskussionen, Artikel, Berichte, Meinungen zur Debatte um die Kollaboration der Hohenzollern, stellvertretend für diverse andere Familien des Hochadels. Nach wie vor werde ich das Gefühl nicht los, dass das eigentliche Handeln und  Motivation weiterstgehend  nicht erkannt werden.

Ich gebe zu, dass es für Nichtjuristen schwierig ist, Unsichtbares wahrunehmen. Wer es ganz genau weiss, dass waren die Berater der damaligen hochseligen Familienoberhäupter und die der heutigen Familien.  

Die wahren Motivationen fanden und finden sich weder in Uniformen, noch in sichtbaren Hakenkreuzen als Armbinde, noch in Märschen. 

Die Motivationen sind verborgen in den Köpfen, hinter den Gesichtern. Sie werden niemals direkt angesprochen oder ausgesprochen und bleiben deshalb verborgen, auch für Historiker. 

Dr. Stephan Malinowski hat diese Aspekte in seinem spannenden Buch auf den Seiten 466-480 thematisiert. Das ist der Ansatz, der die Forschung wirklich weiter bringen kann. Solange das nicht geschieht muss es heissen: still scratching the surface. 





 

Samstag, 27. November 2021

Schwierige Recherche Gemälde (Was bedeutet "zugeschrieben" ?)


"zugeschrieben" bedeutet:  Das Auktionshaus erachtet es als wahrscheinlich, dass es ein Originalwerk des Künstlers ist, ohne dies jedoch garantieren zu können.



Friedrich Wilhelm III  von Preußen (als Kronprinz)


Position 1215 des Kataloges von Lempertz aus dem Jahr 1929. Ein fürstlicher Herr ?

Der fürstliche Herr: Kronprinz Friedrich Wilhelm, späterer König Friedrich Wilhelm III von Preussen

Wer malte das obige Ölportrait des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (später) III von Preussen ?

Sieht dem Pastell sehr ähnlich das zur Konkursmasse von Viktoria von Preussen, Inventar des Palais Schaumburg in Bonn gehört hat.

Ist es eine Kopie des Pastells ?


Das Pastell wird jetzt Schröder  zugeschrieben. Es hängt jetzt in Schloss Paretz (Ketzin, bei Potsdam)

Versteigert wurde es 2018 bei Lempertz

Kein fürstlicher Herr von einem Deutschen Meister.

"Zwei überlieferte Bildnisse des Kronprinzen (eines in Huis Doorn, das andere verschollen, op. cit. S. 39/40, bzw. S. 16) sind um 1790/91 datiert, was anhand der Frisur des Dargestellten festgemacht werden kann. Auf beiden trägt der Prinz noch die Haartracht des Ancien Régime, während er spätestens ab 1793 die Haare, wie auf unserem Bildnis, schlicht herabhängen ließ. Belegt wird dies durch eine in diesem Jahr entstandene Zeichnung von Johann Friedrich Tielker (op. cit. S. 40). Andererseits ist Friedrich Wilhelm nicht als König darstellt, so dass unser Bildnis vor 1797 entstanden sein muss.

Lempertz

Johann Heinrich Schröder, zugeschrieben

Porträt Kronprinz Friedrich Wilhelm III. von Preußen

Pastell auf Pappe. 69,5 x 55 cm.
gerahmt.

Der Maler Johann Heinrich Schröder war ein begabter Maler von Porträts in Pastellkreide. Seit 1785 war der Schüler von Johann Heinrich Tischbein überwiegend von Braunschweig aus an den norddeutschen Höfen, in den Niederlanden und in England als Porträtmaler tätig. In Berlin ist er von 1789 bis 1792 und - mit Unterbrechungen von 1796 bis 1806 nachweisbar.

Die allermeisten Werke von Schroeder sind nicht signiert, so auch dieses Bildnis des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, das ihm zugeschrieben werden kann.

Anlässlich der Verlobung des Prinzen Friedrich Wilhelm mit Luise von Mecklenburg Strelitz malte Schröder ein Bildnis des Kronprinzen, das heute mit keinem bestimmten Werk des Künstlers zu identifizieren ist. 

Zwei überlieferte Bildnisse des Kronprinzen (eines in Huis Doorn, das andere verschollen, op. cit. S. 39/40, bzw. S. 16) sind um 1790/91 datiert, was anhand der Frisur des Dargestellten festgemacht werden kann

Auf beiden trägt der Prinz noch die Haartracht des Ancien Régime, während er spätestens ab 1793 die Haare, wie auf unserem Bildnis, schlicht herabhängen ließ. Belegt wird dies durch eine in diesem Jahr entstandene Zeichnung von Johann Friedrich Tielker (op. cit. S. 40). 

Andererseits ist Friedrich Wilhelm nicht als König darstellt, so dass unser Bildnis vor 1797 entstanden sein muss.

Charakteristisch für Schröder sind bei diesem Porträt die Qualität der stofflichen Wiedergabe, die spontane Wendung des Kopfes, der angedeutete Landschaftsausschnitt und die sichere Führung der Kreidestifte insbesondere bei den Gesichtszügen des Prinzen. All diese Eigenschaften kennzeichnen auch das frühere Porträt in Huis Doorn.

Von Schröder sind insgesamt fünf Porträts der Prinzessin - und späteren Königin - Luise überliefert, während vom Kronprinzen bislang nur die erwähnten frühen Bildnisse bekannt waren.

Dennoch:

"zugeschrieben" bedeutet:  Das Auktionshaus erachtet es als wahrscheinlich, dass es ein Originalwerk des Künstlers ist, ohne dies jedoch garantieren zu können.

Bei einem Schriftwechsel mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Abteilung Schlösser und Sammlungen 


wurde zu dem hier vorgestellten Ölbild ausgeführt dass es wohl eine Kopie des Pastells von Schröder sei:


Johann Heinrich Schröder (1757-1812)

Brustbild König Friedrich Wilhelms III. von Preußen. Um 1805

Pastell auf Pappe, 69,5 x 55 cm

Im originalen vergoldeten Rahmen mit ovalem Ausschnitt

Rückseitig Aufkleber des Kaiser-Friedrich-Palais Berlin (Zimmer No. 244 / Lfde. No. 89)

 

Erworben bei Auktion Lempertz Berlin, 21.4.2018, Los 164

 

Das Pastellbildnis stammt aus dem Roten Eckzimmer des Königlichen Palais Unter den Linden in Berlin, dem späteren Palais Kaiser Friedrichs III. (Kronprinzenpalais). 


In den Inventaren des Palais ist das Porträt als Werk von Johann Heinrich Schröder eingetragen (Inv. 1823, Raum 78, Nr. 4; Inv. 1836, Raum 78, Nr. 5). 


Unter diesem Namen ist es auch in den Berlin-Führern von Johann Friedrich Daniel Rumpf (1823, Band 1, S. 394) und Max Schasler (1856, S. 255, Nr. 261) aufgeführt. 


Man erkennt es ziemlich gut auf den um 1840 entstandenen Innenraumaquarellen von Friedrich Wilhelm Klose (Exemplare u.a. SPSG und Hessische Hausstiftung). Später gehörte es Prinzessin Victoria von Preußen, verw. Prinzessin von Schaumburg-Lippe, gesch. Zoubkoff, einer Tochter Friedrichs III. und Schwester Wilhelms II. 


Nach ihrem Tod 1929 wurde es durch das Auktionshaus Lempertz mit dem gesamten Inventar des Bonner Palais Schaumburg versteigert (Los 1215).


Das lebensgroße Brustbild entspricht dem überlieferten Erscheinungsbild des Königs in der Zeit kurz nach 1800. Den im Bild nur als Andeutung wahrnehmbaren friderizianischen Zopf ließ sich Friedrich Wilhelm III. im Frühjahr 1807 im Königsberger Exil abschneiden.


Schröder hat nur wenige Pastelle in so großem Format geschaffen. Einige lebensgroße Brustbilder führte er in seinen späten Jahren als Ölgemälde aus. Der aus Meiningen gebürtige und dort auch gestorbene Künstler war einer der besten deutschen Pastellmaler seiner Zeit. Schröders Wirkungskreis reichte von London bis nach Baden. Hauptorte seines Schaffens waren Hannover, Braunschweig und nicht zuletzt Berlin.

 

Nicht erwähnt in: Johann Heinrich Schröder (1757-1812). Preußische Porträts, hrsg. v. Verein Historisches Paretz e.V. / Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci, Ausstellung, Paretz, 1994, Paretz 1994



Meine Bemerkungen hierzu:


Zu den Ausführungen  "Unter diesem Namen ist es auch in den Berlin-Führern von Johann Friedrich Daniel Rumpf (1823, Band 1, S. 394) geführt. Die Seite aus dem zitierten Werk erwähnt kein Pastell sondern ein Bild des Königs Friedrich Wilhelm III. 


In der genannten Quelle heisst es weder es sei ein Pastell noch das Bildnis des Kronprinzen.


Rumpf, Seite 394


Zu den Ausführungen "Man erkennt es ziemlich gut auf den um 1840 entstandenen Innenraumaquarellen von Friedrich Wilhelm Klose (Exemplare u.a. SPSG und Hessische Hausstiftung)."

habe ich bislang nur dieses Aquarell gefunden auf dem ein Bildnis der Königin Luise erkennbar ist:


Aufgefallen ist mir eine Postkarte des Arbeitszimmers des Königs Friedrich Wilhelm IV (um 1922) auf der ein Bildnis des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (später König Friedrich Wilhelm III) erkennbar ist. Daneben ein Bildnis Luises.

Die Rahmen sind nicht oval und entsprechen in etwa dem Rahmen des hier vorgestellten Ölbildns. Es sind auf dem Bild des Kronprinzen 7 und nicht 8 Knöpfe erkennbar wie auf dem Schröder zugeschriebenen Pastell.

Arbeitszimmer des Königs Friedrich Wilhelm IV um 1922, Schloss Paretz
es handelt sich nicht um das Schröder zugeschriebene Pastell

Mir ist nicht klar, ob es sich bei dem hier vorgestellten Ölbild um eine Kopie des Pastells handelt. Vielleicht ist es eine erste Fassung von Schröder und das Pastell ist ein verbessertes Portrait des gleichen Motivs.  Schröder malte auch Portraits als Ölbilder.

Doch das Pastell wurde 1928 Schröder nicht einmal zugeschrieben und der Dargestellte soll ein fürstlicher Herr gewesen sein.

Am einfachsten wäre es die Datierung der Pappe des Pastellbildes zu untersuchen was ohne grossen Aufwand vorgenommen werden kann. Dann wäre festzustellen ob das Pastellbild zu Lebzeiten Schröders erstellt wurde (Todesdatum 1812). Ein ähnliches Verfahren sollte mit dem hier vorgestellten Ölbild vorgenommen werden.


Im Werksverseichnis von Maie Luise Spangenberg erscheint kein Portrait mit den Angaben: