Follow by Email

Freitag, 2. März 2012

Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe











(Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe 1894-1952)



Aus seinem Tagebuch,

Eintragung 8 Mai 1945:

"Aber am Schluss muss und wird die Wahrheit siegen.- Sie hat schon gesiegt!- Eben war Kaptain XXX bei mir und erzählte, dass man in Steinbergen sechsunddreissig frisch verscharrte Leichen gefunden hat. Erschossen und vorher die Fingerkuppen abgeklemmt auch ein 12 jähriges Kind und 1 Engländer darunter. Es handelt sich um Arbeiter in W`s Steinbruch an der Arensburg. Ausländer. Es fehlte nicht viel und W. wäre auch verhaftet, da niemand für dies furchtbare Verbrechen verantwortlich sein will. Seine Stellung scheint mir stark erschüttert."

Eintragung 10 Mai 1945:


“Bei Plettenberg fällt mir ein, dass ich von seinem Tode (ich glaube im März) nicht berichtet habe. Er hatte bekanntlich nicht nur die Leitung unserer Verwaltung sondern auch die preussische in Berlin. Die Gestapo hatte schon öfters in Berlin nach ihm gefragt, aber er war zufälliger Weise immer gerade in Bückeburg. Schliesslich nahmen sie ihn doch fest und er kam ins Gefängnis in der Prinz Albrecht Strasse. Man soll ihn anständig behandelt haben. Grund der Verhaftung konnte ich nicht erfahren bisher. Nach einer Vernehmung schlug er den Wärter der ihn in seine Zelle bringen sollte nieder und sprang aus dem 2. Stock aus dem Fenster. Er scheint sofort tot gewesen su sein. Ich nehme an, dass er etwas hat aussagen sollen womit er andere belastet hätte und dass er deswegen den Freitod vorzog. Seine Frau, eine geborenen von Malzahn war vorbildlich in ihrer Haltung. Die armen Kinder! Wie schwer muss dem Mann…. der Entschluss gefallen sein. Er kannte natürlich die meisten Beteiligten* vom 20 Juli dem Tag des Attentats auf Hitler, v i e l l e i c h t hängt es damit zusammen.”

*Eine Person war der am 15 August 1944 hingerichtete Polizeipräsident von Berlin Wolf-Heinrich.
Graf von Helldorf)

Eintragung 16 Mai 1945:

"Die grösste Gefahr bedeutete für mich mein jüngster Bruder, der mich alleine 2 x anzeigte, resp. die Partei vor mir warnte. Man kann sich vorstellen, wie dies meine Position erschwerte. Es war schwer die Zeit lebend zu überstehen, ausser unter Gottes gnädigem Schutz, sonst wäre es nie aus eigener Kraft gelungen. Der Segen von Lugano lag auf mir und den Meinigen—-Bo Yin Ra´s Segen. Das ist das grosse Geheimnis dieses wunderbaren Geschehens. Nach menschlichem Ermessen war mir keine Chance gegeben".

Wer sich für seine Gedanken interessiert kann unter Vier Prinzen  unter dem Stichwort "Tagebuch" suchen und diverse Eintragungen aus seinem Tagebuch nachlesen.
Eintragung 23 Mai 1945:


“Im Harrl arbeiteten Leute aus dem Lager Eilsen in der Forst. Einem zerbrach ein Axtstil. Der Wachmann schlug ihn mit dem Stil scheinbar tot und gab den Auftrag ihn zu vergraben. Da sich herausstellte dass er sich noch etwas bewegte liess man den Kopf frei. Nach 2 Tagen befreite sich der Mann aus eigener Kraft.- Eine Frau aus dem Lager durfte nicht im selben Raum mit ihrem kranken Kind schlafen. Als sie Nachts doch hinüberging, wurde sie aufs schwerste misshandelt, dabei bekam sie eine Frühgeburt und wurde 7 Stunden später wieder zur Arbeit angestellt.- Auf der Flucht erschossen! Ausgrabung ergab Schuss durch die Stirn von vorn.- Durch Hochspannung getötet! Ausgrabung ergab 7 gebrochene Rippen. Dies nur einige Fälle aus nächster Umgebung. Und hier wusste man von nichts. Man kann wirklich unter solchen Umständen verstehen, dass die Truppen die fast täglich solche Funde machen, keine Bedenken tragen Wohnungen mit Möbeln zu beschlagnahmen, so bitter dies auch für die Betroffenen sein mag. Es hat mich aufs tiefste erschüttert, dass hier geradezu eine Hochburg für derartige Bestialitäten gewesen ist, ohne dass ein Konzentrationslager hier lag. Man denke nur an die 36 verscharrten Ausländer in Steinbergen. Wie ist es nur möglich dass das deutsche Volk soviele bestialische Elemente hervorbrachte ?
Sicherlich hängt es mit der Entgottung eines Menschen zusammen. Aber auch zum Teil mit der anerzogenen Überheblichkeit die ja zwangsläufig dann auch in das gleiche Fahrwasser einmündet. Man sollte es sich eigentlich zur Lebensaufgabe setzen auch die geringste Regung in dieser Richtung auszurotten, denn erst dann kann die geistige Grundlage für einen Wiederaufstieg gegeben sein, der Anspruch auf Bestand hat.”

Eintragung 30.Mai 1945:


"Gestern war per Auto der älteste Braunschweiger hier in Bückeburg. Engländer sind ihm gegenüber (S. 255) sehr correct. Er führt ja den Titel eines Prinzen von Grossbritannien. Harling verspricht sich eine Besserung der Situation für W. wenn der Marschall erst in Eilsen ist. Das würde stimmen, wenn der Marschall nicht vorher über das was hier geschah, gewusst hätte. Aber so ? Fast ausschlaggebend für die Hofkammer,wen sie vorschicken".







siehe auch:










Kontakt: 
Alexander vom Hofe
Rechtsanwalt
Jose Ortega y Gasset 40-7D
28006 Madrid
alexander.vomhofe@2020consultoria.com

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen